Double

Marcello Fera eröffnet am 3. April mit Canti dal Silenzio („Gesänge aus der Stille“) das Festival (Foto: Georg Tappeiner)
Vom 3. bis 15. April findet in Meran unter dem Titel „Double“ das Musikfestival Sonora 708 statt. Im Auftrag der Gemeinde Meran inszeniert der Verein Conductus zur Wiedereröffnung des Puccini-Theaters den Don Giovanni von Mozart und Da Ponte.
Double, das Doppel, ist eine wichtige Erscheinung in unserer Welterfahrung und in der menschlichen Kultur. Zwillingspaare sind Bestandteil verschiedener Schöpfungs- und Gründungsmythen auf der ganzen Welt und füllen seit vielen Jahrhunderten unsere Literatur, unser Theater sowie in jüngerer Zeit auch die Filmkunst mit vielfältigen Bedeutungen. Die Struktur der DNA selbst, der Ursprung jeder bekannten Lebensform, bietet uns eine Abfolge von Zwillingspaaren von Chromosomen, und es wird vermutet, dass sich ihre spiralförmige Doppelhelix im antiken Symbol des Caduceus widerspiegelt, die zwei identischen Schlangen, welche sich symmetrisch um einen geflügelten Stab winden und tagtäglich auf Apothekenschildern zu sehen sind. Zuletzt sind auch etliche Organe und Gliedmaßen unseres Körpers doppelt vorhanden. Das Motiv des Doppels als Gleiches aber Entgegengesetztes, als Spiegel, als Ergänzung, als Schatten, als komisches und desorientierendes Element ist bereits seit der Antike tief verwurzelt; Sonora 708 erforscht es, von Treffen zu Treffen, ausgehend von unterschiedlichen Ansätzen und Gesichtspunkten. In Wort und Musik.
In diesem Jahr verdoppelt sich auch das Festival selbst mit einem herbstlichen Zusatz. So inszeniert der Verein Conductus im Auftrag der Gemeinde Meran den Don Giovanni von Mozart und Da Ponte, um das Puccini-Theater bei seiner Wiedereröffnung nach der Restaurierung einzuweihen. Nach dieser Inszenierung bietet Conductus eine weitere Veranstaltung an, die das komische Doppel von Mozarts Meisterwerk darstellt, nämlich eine Bearbeitung der Oper, die vom Komponisten Andrea Chenna gemäß einer bereits zur Zeit der Uraufführung historisch bezeugten, „alternativen“ Interpretationsidee konzipiert und vorbereitet wurde.
Das Programm
Doppel Blick: Worte als Doppel des musikalischen Diskurses: Canti dal Silenzio („Gesänge aus der Stille“) ist ein Kompositionszyklus für Violine, dessen Titel auf die Tiefe des kompositorischen Akts verweist, auf den leeren, stillen Raum, aus dem der Komponist seine Ideen schöpfen muss. In diesem Konzert wird es Klänge und Worte geben, welche vom besonderen Blickwinkel erzählen, der dem Musikersein geboten wird.
- April um 20.30 Uhr im Palais Mamming
Zwillinge im Himmel und auf der Erde: Der Komponist Riccardo Nova interpretiert das indische Epos neu und bringt Mantras, altüberlieferte Rhythmen und zeitgenössische Klänge wirkungsvoll und ausgewogen auf die Bühne. Das Werk „Mahābhārata – Mantras, Fights and Threnody” brachte Riccardo Nova die Nominierung als Finalist für einen der wichtigsten europäischen Kompositionspreise, den „Prix Prince du Monaco“, ein.
- April um 18.00 Uhr im Palais Mamming

Gabriele Mirabasi und Simone Zanchini: Ein Gipfeltreffen zwischen zwei Virtuosen ihres Instruments am 8. April im Theater in der Altstadt
Die Katze und der Fuchs: Ein Gipfeltreffen zwischen zwei großen Virtuosen ihres Instruments und Protagonisten der internationalen Musikszene. Die musikalische Vielseitigkeit, die beide auszeichnet, erlaubt es ihnen, sich mit Leichtigkeit sowohl in der Welt des Jazz als auch der klassischen Musik zu entfalten.
- April um 20.30 Uhr im Theater in der Altstadt
Pinocchio – ein heiliges Buch: Igor Sibaldi, Schriftsteller, Philologe, Übersetzer und Essayist, liefert seine Lesart des Werks von Collodi, das keineswegs „nur“ als Kinderbuch oder „nur“ als literarisches Meisterwerk verstanden wird, sondern als wahrhaft heilige Schrift mit einer Fülle von biblischen Bezügen und erlösenden Weisungen für die menschliche Existenz, die in einem uralten Wissen wurzeln.
- April um 20.30 Uhr im Theater in der Altstadt
Doppelwurzel I: Masimba Hwati präsentiert gemeinsam mit Belinda Kazeem-Kamiński, der Autorin der Ausstellung Aerolectics im Kunst Meran, eine Performance, die sich der Erforschung von Atem, Klang und Resonanzen im Zusammenhang mit der Geschichte von Asue widmet. Asue, ein junges Mädchen, das im 19. Jahrhundert aus dem Sklavenhandel entführt und in einer religiösen Einrichtung in Bruneck eingesperrt wurde, ist die Protagonistin der aktuellen Ausstellung.
- April um 18.30 Uhr bei Kunst Meran
Doppelwurzel II : Im Rahmen der Ausstellung Aerolectics lädt Belinda Kazeem-Kamiński Nkisi zu einer Klangperformance ein, die auf bestimmte Elemente der Ausstellung anspielt, insbesondere auf die Minkisi, in weiten Teilen Zentralafrikas verbreitete Fetische, die Träger spiritueller Kraft sind. Die Musik erscheint als ein bezaubertes Bewusstsein, das in der Lage ist, die Erzählung zu materialisieren, und dies gemäß den Traditionen, die von den musikalischen Traditionen des afrikanischen Kontinents übernommen wurden.
- April um 20.30 Uhr bei Kunst Meran
Drei Mal doppelt: Drei Doppelkonzerte bzw. Kompositionen für ein Soloinstrumente-Paar und Orchester, bilden dieses Programm, das vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart reicht. Zum ersten Mal in Meran dabei sind der Flötist Carlo Jans, ein absoluter Star der internationalen Szene, und das etablierte Klavierduo Biondi – Brunialti. Nicht weniger bedeutsam ist die Anwesenheit von Antonio Caggiano, einen der führenden Perkussionisten Italiens und der jungen, aber bereits etablierten Meraner Flötistin, Chantal Veit.
- April um 20.30 Uhr im Kursaal Meran
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