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Die Thermen-Partei

Alessandro Arnaldi, Manuela Anna Pfattner und Roland Leimer

Überraschungskandidatur in Burgstall: Die Thermalwasser-Entdecker Roland Leimer und Alessandro Arnaldi treten bei den Gemeindewahlen mit einer eigenen Liste an. Ihr Ziel: Das Großprojekt wieder auf Schiene bringen.

von Karin Gamper

Das spektakuläre Vorhaben sorgte 2019 für ungläubiges Staunen: 

Eine private Promotorengesellschaft – die Terme di Postal Sviluppo SpA – plante in Burgstall zwischen der Romstraße und der Bahnlinie eine riesige Bade- und Hotelanlage. Die Becken des „thermal water space center“ sollten dabei von jener Quelle mit 27 °C warmen Wasser gespeist werden, welche im September 2012 in einer Tiefe von 900 Metern auf der Obstwiese von Roland Leimers Rainerhof entdeckt worden war. Das futuristisch anmutende Thermenprojekt wurde im Mai 2019 im örtlichen Vereinssaal öffentlich präsentiert. Die geschätzten Baukosten wurden damals mit der astronomischen Summe von 98 Millionen Euro beziffert.

Doch dann kamen zuerst Covid, dann die ungelöste Finanzierungsfrage und schließlich Sand ins Getriebe. Mit dem Ergebnis, dass das Projekt in der Schublade verschwand.

Alessandro Arnaldi, Sprecher der Promotorengesellschaft, hat seine eigene Erklärung dafür: „Die Gemeinde Burgstall hat uns laufend Prügel in den Weg gelegt und alles getan, um die Umsetzung der Therme zu verhindern“, behauptet er.

Dies soll nun anders werden: Arnaldi hat gemeinsam mit Quellen-Besitzer Roland Leimer und der Arbeitsberaterin Manuela Anna Pfattner für die anstehenden Gemeindewahlen eine neue Liste aus der Taufe gehoben. Sie heißt „Neue Luft für Burgstall-Aria Nuova per Postal“ und hat ein Hauptziel: „Wir möchten das Thermen-Projekt wieder zum Thema machen“, sagt Arnaldi, der auch als Bürgermeisterkandidat ins Rennen geht. Er sagt: „Unsere Liste soll eine Alternative für die Burgstaller sein, die an das Thermen-Projekt glauben und es weiterverfolgen wollen“. Das Vorhaben sei nämlich trotz aller Widerstände noch nicht gestorben: „Unser Plan ist es eine Genossenschaft zu gründen, die allen offen steht, die sich an der Umsetzung beteiligen möchten“, berichtet Arnaldi. Aus diesem Anlass und zwecks Wahlkampfwerbung bietet die neue Liste am 12. April und am 3. Mai jeweils um 10.00 Uhr eine geführte Besichtigung des Thermalbrunnens auf dem Gelände des Rainerhofs an.

Neben dem Hauptthema Therme hat sich die neue Liste auch weiteren heißen Eisen verschrieben, die Burgstall beschäftigen. So sagt die Thermen-Partei u.a. der Metzgerei Pfitscher den Kampf an, die 2020 abgebrannt ist und neu aufgebaut wurde. Für Arnaldi ist das Gebäude ein „Ökomonster“: „Dieser Industriebetrieb schadet mit seinen Abgasen dem Dorf und entwertet unseren Privatbesitz“, so der Bürgermeisterkandidat. Weitere Schwerpunkte der Liste sind ferner der Verbleib der Carabinieri-Kaserne im Dorf, Transparenz, Wohnbau und eine „Absage an den Lobbyismus“.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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