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Galateos Sonderweg

Marco Galateo beim Umzug (Foto: Comitato 10 febbraio)

Nach seiner umstrittenen Teilnahme an einem Casa-Pound-Fackelmarsch setzt Landeshauptmann-Stellvertreter erneut einen unfreundlichen Akt gegen die SVP.

von Artur Oberhofer

Franz Ploner sagt: „Ich habe geglaubt, ich bin im falschen Film.“

Anfang März schalteten die Fratelli d’Italia in einem Südtiroler Online-Portal großflächige Anzeigen mit dem Slogan: „Stiamo smascherando la malgestione Covid. Ora tutta la verità.“

Die Optik ist schief: In Südtirol hat der Landtag eine eigene Kommission eingerichtet, die die schwierigen Pandemiejahre aufarbeiten soll. Auf nationaler Ebene lanciert der Koalitionspartner der SVP in Bozen, eine Kampagne mit eindeutiger No-Vax-Konnotation und geht damit in Sachen Corona-Aufarbeitung einen Sonderweg.

Der Team K-Landtagsabgeordnete Franz Ploner richtete umgehend eine Anfrage an den Landeshauptmann. Ploner wollte unter anderem in Erfahrung bringen, ob – Zitat – „die Fratelli d’Italia nun eine eigene Corona-Aufarbeitung vornehmen“. Und Ploner fragte weiters: Hat LH-Stellvertreter Marco Galateo den Koalitionspartner SVP und die zuständige Landesrätin Rosmarie Pamer vorab über das Ansinnen seiner Partei informiert?

Die schriftliche Antwort von Landeshauptmann Arno Kompatscher liegt jetzt vor.

Franz Ploner (Team K)

Die ersten zwei Fragen – ob Fratelli d‘Italia eine eigene Corona-Aufarbeitung vornehmen und ob die Aktion mit den Koalitionspartnern abgesprochen worden sei – beantwortete der Landeshauptmann nicht.

Er schrieb kurz und knapp: „Antwort erfolgt seitens LR Galateo.“

Unter Punkt 3 gab Arno Kompatscher zu, dass die Aktion und die Anzeigenschaltungen mit Landesrätin Rosmarie Pamer und mit dem koordinierenden Ressort „nicht abgesprochen“ worden sei.

Bleibt als politischer Fakt: Nach seiner umstrittenen Teilnahme am Casa-Pound-Fackelmarsch hat Marco Galateo also erneut einen unfreundlichen Akt gegen den Koalitionspartner SVP gesetzt.

Unter Punkt 5 hat der Team K-Abgeordnete Franz Ploner den Landeshauptmann weiters gefragt: „Ist sich die Landesregierung bewusst, dass eine solche Parallelaktion das Pandemie-Drama ad absurdum treibt und die Menschen erneut irritiert und die gesamte Politik in dieser Ache noch einmal verstärkt unglaubwürdig macht?“

Landeshauptmann Arno Kompatscher antwortete: „Wie hinlänglich bekannt, liegt der Fokus der Landesregierung in diesem Zusammenhang auf dem im Regierungsprogramm grundgelegten Prozess zur Aufarbeitung der Pandemiejahre. An diesem Prozess wirkt auch eine eigene vom Fraktionssprecherkollegium im Landtag eingerichtete Kommission von Landtagsabgeordneten mit.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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