Haftverschonung für Mutter?
Das unter Mafiaverdacht stehende Ehepaar aus Laag schweigt beim Garantieverhör. Der Verteidiger will eine Enthaftung der Frau von Luigi Masciari erwirken.
Drei Jahre lang, von Mitte 2022 bis zu ihrer Verhaftung am Montag dieser Woche, wurde es abgehört und beschattet. Bis die Ermittler der Antimafia-Staatsanwaltschaften von Catanzaro und Trient davon überzeugt waren, ausreichend Beweise gegen das Ehepaar aus Laag und weitere 15 andere Tatverdächtige gesammelt zu haben. Sie alle seien Teil einer kriminellen Vereinigung mafiösen Zuschnitts, heißt es im 60-seitigen Haftbefehl (der Haftantrag umfasste 300 Seiten), der nun vollstreckt wurde.
Am Donnerstagnachmittag erhielten Luigi Masciari, 44, und seine Ehefrau im Gefängnis von Trient Besuch vom Voruntersuchungsrichter. Es stand das Garantieverhör an, bei dem beide von ihrem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch machten. Auf Anraten ihres Anwalt Nicola Nettis, der erst einmal alle Anklageakten zu Gesicht bekommen will.
Der versierte Strafverteidiger bemüht sich in diesen Tagen vor allem um eines. Eine Enthaftung oder zumindest Hausarrest für Masciaris Ehefrau zu erwirken. Die Strafprozessordnung sieht Haftverschonung für Mütter tatsächlich vor, und zwar dann, sollten sich die Vorhaltungen gegen sie als „nicht schwer“ erweisen. Die Verhaftete ist Mutter eines minderjährigen Sohnes, der nach der Verhaftung im Morgengrauen einer Tante überantwortet wurde.
Nettis will jedenfalls für seine Mandantin einen Antrag an den Voruntersuchungsrichter auf Haftverschonung stellen. Ob dieser zugestanden wird, ist offen.
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