„Chronischer Filz“
Der Freie Abgeordnete Andreas Leiter Reber analysiert in seiner Haushaltsrede den Fall Hager – und das System Südtirol.
Auch Andreas Leiter Reber nahm in seiner Rede Bezug auf den Fall Hager und erklärte, dass in anderen Ländern solche Vorfälle Rücktritte nach sich ziehen würden. Es sei bezeichnend, so der Freie Mandatar, dass der erste Nutznießer der Abschaffung des Amtsmissbrauchs als Straftatbestand „niemand Geringerer als Luis Walcher, der Landesrat aus dem kleinen Gries“ und nicht etwa „irgendein korrupter Bürgermeister aus der Nähe von Palermo“ sei. Der Filz in Südtirol sei längst chronisch, und dieser mache auch vor der veröffentlichten Meinung nicht Halt. „Wenn einer mit Geldscheinen winkt, werden vielen in Südtirol die Knie weich“, so Leiter Reber.
Der Fall Hager-Benko betreffe nicht nur Einzelpersonen, sondern ziehe sich durch alle Ebenen der Politik und Verwaltung. Die Vorfälle legten offen, was viele Bürger Südtirols bereits spürten: dass nicht alle gleich sind, sondern „manche gleicher“. Auch die Medien hätten eine unrühmliche Rolle gespielt, meinte Leiter Reber, der anmerkte, dass die Opposition keinen Untersuchungsausschuss gegen einzelne Mitglieder der Landesregierung gefordert habe und stattdessen unter Druck gesetzt worden sei.
In diesem Zusammenhang erinnerte er sich an zahlreiche Auftritte von SVP-Vertreterinnen und -Vertretern, die den Fall bagatellisiert hätten. Das Ausmaß der Vorfälle sei bedenklich, betonte er abschließend und warnte vor den gefährlichen Auswirkungen der „Alleinherrschaft einer einzigen Partei“, die seiner Meinung nach „ungesund“ sei.
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