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Provokantes Plakat?

Foto: Schützenbund

Eine Plakatkampagne zum 60. Todestag von Sepp Kerschbaumer sorgt für Aufregung. Der Landtagsabgeordnete Sandro Repetto spricht sogar von Gewaltverherrlichung.

von Markus Rufin

Am Sonntag wird in St. Pauls wieder die Sepp-Kerschbaumer-Gedenkfeier abgehalten. Heuer jährt sich der Todestag des Freiheitskämpfers zum 60. Mal. Im Vorfeld hat der Heimatbund gemeinsam mit dem Südtiroler Schützenbund eine Plakataktion initiiert.

An zahlreichen Bushaltestellen im Land ist Kerschbaumers Gesicht zu sehen, im Hintergrund sind explodierende Strommasten dargestellt. Es handelt sich um eine offensichtliche Anspielung auf die Feuernacht 1961, bei der Strommasten gesprengt wurden, um auf das Südtirol-Problem aufmerksam zu machen.

Genau diese Darstellung der Strommasten sorgt nun aber für Aufregung. Besonders italienischsprachige Parteien werfen der Plakataktion Gewaltverherrlichung vor. Sandro Repetto, Landtagsabgeordneter des PD spricht von einem „Schock-Manifest“ und hat prompt mit einer Anfrage reagiert. Er möchte in Erfahrung bringen, wie es möglich sein kann, dass öffentliche Flächen für Plakate zur Verfügung gestellt werden, die als „Aufruf zur Gewalt interpretiert werden können“.

Auch andere italienischsprachige Politiker springen auf dem Zug auf. Alessandro Urzì äußerte sich gegenüber Rai Südtirol: „Personen, die terroristische Aktionen durchgeführt haben, dürfen niemals als Helden gefeiert werden.“

Roland Lang, Obmann des Heimatbundes, reagiert auf diese Kritik mit Unverständnis: „Es sind immer die gleichen Italiener, die Kritik äußern, die nicht zugeben wollen, dass es ohne Sepp Kerschbaumer kein Südtirol-Paket und keine 19er-Kommission gegeben hätte. Kerschbaumer hat vorher alle Formen des Protests versucht und erst zum Schluss zum Dynamit gegriffen.“ Besonders gewundert habe ihn die Kritik der Partisanenvereinigung ANPI, dabei sei Kerschbaumer nichts anderes als ein Partisan gewesen.

Mit der Plakataktion habe man sich bei all jenen bedanken wollen, die auf das Südtirol-Problem aufmerksam gemacht haben. Die Strommasten seien zu der damaligen Zeit ein Ausdruck der Unterdrückung des Staates gewesen, erinnert Lang: „Erst durch den Einsatz der Freiheitskämpfer ist es gelungen, dass das Problem wahrgenommen wurde. Vorher hat es Italien immer nur als eine inneritalienische Angelegenheit behandelt.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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