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(Halb-)freiwilliger Rücktritt

Jetzt ist es offiziell: Reinhard Weger verlässt den Brunecker Stadtrat. Weger hat sich zwar selbst dazu entscheiden, am Ende blieb ihm aber wohl auch keine Wahl.

von Markus Rufin

Reinhard Weger ist nicht mehr Stadtrat in Bruneck. Er ist nach mehreren Gesprächen mit Bürgermeister Roland Griessmair freiwillig von seinem Amt zurückgetreten. Die Entscheidung zeichnete sich aber bereits im Vorfeld ab.

Wie berichtet brodelte es im Brunecker Stadtrat schon länger. Als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr und Chefredakteur der Pustertaler Zeitung hatte Weger mächtige Positionen inne, die teilweise zu kniffligen Situationen führten. Zuletzt brachte ein Artikel zum 160-jährigen Jubiläum der FF das Fass zum Überlaufen.

In den vergangenen Tagen tauschten sich Bürgermeister Griessmair und Weger mehrmals aus. Griessmair gab dabei Weger unmissverständlich Bescheid, dass es er eine rote Linie überschritten hat. Entweder er müsse freiwillig den Hut nehmen oder werde vom Bürgermeister abgezogen. In der offiziellen Pressemitteilung der SVP Bruneck klingt das so: „Angesichts dieser Situation wurde nach entsprechenden Diskussionen – auch innerhalb der SVP-Ratsgruppe – von Stadtrat Reinhard Weger angeboten, freiwillig einen Schritt zurückzumachen, da Weger eine konstruktive und effiziente Gemeindearbeit am Herzen liegt. Er hat daher seinen Rücktritt als Stadtrat eingereicht und wird fortan als Mitglied der SVP-Ratsgruppe im Gemeinderat wirken.

Nun also der (halb-)freiwillige Rücktritt Wegers. Dass dieser – zumindest mehr oder weniger – harmonisch erfolgt ist, ist ein Zeichen dafür, dass ach Weger eingesehen hat, dass es für ihn unter diesen Voraussetzungen keinen Sinn hat, auf einen Platz im Stadtrat zu beharren. Weger hätte auch öffentlich gegen die Vorgehensweise des Bürgermeisters poltern können. Dass er das nicht getan hat, ist zumindest ein kleines Friedensangebot.

Doch wie geht es jetzt in Bruneck weiter? Weger selbst wird weiterhin im Gemeinderat aktiv bleiben. Dort nimmt er aber eine Sonderrolle ein, wie es aus der Pressemitteilung heißt: „Darüber hinaus wird er sich auch für die Belange des Feuerwehrwesens besonders einsetzen. Aufgrund seiner großen Fachkenntnis wird er dafür seitens des Bürgermeisters eigene Zuständigkeiten delegiert bekommen.“

Weger hat in den Gesprächen der letzten Tage wohl darauf beharrt die Zuständigkeiten für den Zivilschutz und das Feuerwehrwesen zu behalten. Mit dem Rücktritt aus dem Stadtrat aber der Zuteilung der Zuständigkeiten als Gemeinderat scheint ein Kompromiss gefunden.

Wohl eine weitere Forderung Wegers war es, dass ausdrücklich betont wird, dass es alle Beteiligten bedauern, dass die Feuerwehr Bruneck in die Diskussionen hineingezogen wurde. Weger wolle mit dem erfolgten Rücktritt ein klares Zeichen der Trennung der Rollen und der Wichtigkeit der Feuerwehr setzen.

Im Stadtrat soll es jetzt schnell weiter gehen. Bereits bei der kommenden Sitzung werden Wegers Kompetenzen aufgeteilt. Für seine Nachbesetzung im Stadtrat bleiben hingegen noch 90 Tage Zeit. Wie Bürgermeister Griessmair betont, habe man sich hierzu noch keinerlei Gedanken gemacht.

Für Weger ist der Rücktritt aus dem Gemeinderat hingegen nicht das letzte Kapitel seiner politischen Karriere. Er kündigt in der gemeinsamen Pressemitteilung an, dass er auch über die aktuelle Periode aktiv bleiben werde, sofern dies gewünscht sei. Womöglich sogar als Bürgermeister?

 

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