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Quästor sperrt Rocker aus

Die Staatspolizei hat einen sich anbahnenden Rocker-Krieg in Bozen offenbar im Keim ersticken können.

Der beunruhigende Vorfall liegt einige Tage zurück.

Am 30. März wurde ein 45-jähriger Biker der „Born Bastards“ aus Trient, der mit seinem 6-jährigen Sohn nach Südtirol gekommen war, auf dem Bozner Messegelände von neun Bikern umzingelt und schwer bedroht.

Die neun Biker gehören den Motorrad-Gangs der „Hells Angels“ und der „Boosters“ an.

Die neun Biker forderten den Trentiner Biker auf, sich nie mehr in Bozen blicken zu lassen. Sollte er in die Provinz Bozen zurückkehren, hätten er und seine Kollegen der „Born Bastards“ mit schwerwiegenden Konsequenzen zu rechnen, drohten sie.

Mit anderen Worten: Die „Hells Angels“ und ihre Kumpanen drohten dem Mann, ihn zu eliminieren, falls er sich noch einmal nach Bozen wagen sollte.

Da er seinen Sohn mit hatte, ließ sich der Trentiner Biker auf keinen Streit mit den Südtiroler Rockern ein und verließ das Messegelände.

Der Trentiner Biker berichtete später der Polizei, dass ihn die neun Biker auf ihrer Maschinen gefolgt seien, um sicherzustellen, dass er Bozen auch wirklich verließ.

Noch am selben Tag erstattete der Trentiner Biker Anzeige bei der Polizei.

Nach wochenlangen Ermittlungen hat die Polizei nun acht Personen – sechs italienische Staatsbürger mit Wohnsitz in Südtirol (fünf in Leifers und eine Person in Brixen) und zwei deutsche Staatsangehörige aus dem Großraum Stuttgart – angezeigt.

Die acht Biker gehören den berüchtigten „Hells Angels“ und deren „Verbündeten“, den „Boosters“, an. Sie wurden wegen privater Gewalt und wegen schwerer Drohung angezeigt.

Um das neunte Mitglied zu identifizieren, hat die Staatspolizei die Wiener Polizeibehörden eingeschaltet.

Weil er die kriminelle Episode als schwerwiegend eingestuft hat, hat Quästor Paolo Sartori nun gegen ein bereits einschlägig vorbestraftes und verurteiltes Mitglied der Rocker-Gang ein Aufenthaltsverbot für die Stadt Bozen für die nächsten vier Jahre ausgesprochen.

Sieben Mitglieder der Gang dürfen in den nächsten zwei Jahren das Stadtgebiet von Bozen nicht betreten.

Für die Rocker ist die Anordnung des Quästors eine Demütigung, denn sie müssen fortan einen großen Bogen um die Landeshauptstadt machen.

Auch wurden die (regulär gemeldeten) Waffen und die dazugehörige Munition von zwei Mitgliedern der Rocker-Gang beschlagnahmt. Es handelt sich um neun Schusswaffen (Gewehre, halbautomatische Pistolen und Revolver).

Auch die Waffenscheine wurden den beiden Bikern entzogen.

 

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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