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„Alles falsch gemacht“

Senator Gigi Spagnolli platzt der Kragen: Nicht Ex-Landesrat Arnold Schuler habe in Sachen Wolf-Strategie versagt, sondern der Bauernbund-Direktor.

von Artur Oberhofer

Gigi Spagnolli nimmt sich kein Blatt vor den Mund. Der Senator schimpft: „Bauerbund-Direktor Siegfried Rinner täuscht die Südtiroler Bauern seit zehn Jahren.“

Der Senator spricht wörtlich von einem „inganno“.

Der Hintergrund: Siegfried Rinner hatte gegenüber der TAGESZEITUNG erklärt, dass nicht die Landwirte, sondern das Land den Herdenschutz gewährleisten müsse.

Wörtlich sagte Rinner:

„Für den Herdenschutz reicht es eben nicht, den Zaun gut zu bezahlen. Herdenschutz ist eine Augabe für Profis: Er muss professionell gemacht und lückenlos dokumentiert werden (…). Einen solchen professionellen Herdenschutz können unsere Bäuerinnen und Bauern nicht leisten.“

Senator Gigi Spagnolli entgegnet: „Nicht das Land oder die Bauern, sondern der Bauernbund trägt die Verantwortung dafür, dass in Südtirol die Herdenschutzmassnahmen nie umgesetzt wurden und dass das Wolfsmonitoring nur mit großen Schwierigkeiten gemacht werden konnte.“ Anstatt die Hausaufgaben in Sachen Herdenschutz zu erledigen, sei der Bauernbund mit Schilder-Aktionen, Mahnfeuern und Traktorzügen gegen den bösen Wolf losgezogen. „Diese Aktionen“ – so Spagnolli – „haben den Wolf nicht sonderlich beeindruckt“. Es wäre gescheiter gewesen, so der Senator, „dieses Geld, mit dem die Protestaktionen finanziert wurden,  für Herdenschutzmaßnahmen ausgzugeben.“ Rinner & Co. hätten diesbezüglich eine „schlechte Wahl getroffen“.

Der Bauernbund habe sich stets geweigert, mit dem Land zusammenzuarbeiten. Mehr noch: Der Bauernbund habe stets versucht, die Herdenschutzprojekt usw. zu verhindern. „Die Bauern, die – nachdem das Land die Gelder bereitgestellt hat – mitmachen wollten, wurden als Verräter gebrandmarkt“, kritisiert Senator Spagnolli, „mit seiner Politik hat Direktor Rinner seinen Bauern einen Bärendienst erwiesen.“

Gigi Spagnolli kritisiert auch den Umstand, dass der Südtiroler Bauernbund immer wieder gegen das Aufstellen von Foto- und Videolfallen protestiert habe, obwohl diese Fallen wichtig und notwendig seien, um das Verhalten der Wölfe zu studieren. „Der Bauernbund“, so Spagnolli weiter, „ist von Anfang an eine falsche Strategie in Bezug auf die Großraubtiere gefahren: das beweisen die Trentiner, die durch eine gute und nicht unumstrittene Zusammenarbeit zwischen Land und Bauern jetzt über Daten verfügen, die die Entnahme von Wölfen erlauben.“

Die Südtiroler Landesverwaltung hätte die Herdenschutz-Pilotprojekte finanziert und auch mit eigenem Personal unterstützt. „Aber“, so Senator Spagnolli weiter, „es  war der Bauernbund, der die Bauern, die sich dazu bereit erklärten, abgeschreckt hat.“

Das vernichtende Fazit des Senators: „Bauernbund-Direktor Rinner hat alles falsch gemacht und versucht jetzt, den schwarzen Peter dem Ex-Landesrat (Arnold) Schuler zuzuschieben, die Bauern werden aber früher oder später verstehen, dass nicht Schuler, sondern ihr Direktor Rinner die Schuld trägt.“

Rinner behaupte stets, er sei kein Politiker, „in Wahrheit“, so Spagnolli, „ist er ein Politiker, und zwar einer, der alles falsch gemacht hat.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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