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Südtirol ohne Regierung


„Sternstunde“ im Landtag: Statt 100 Tage nach der Landtagswahl die neue Landesregierung zu vereidigen, haben die Abgeordneten einen ganzen Tag über Gott und die Welt geplaudert.

Von Matthias Kofler

Marco Galateo ist gezwungen, eine weitere schlaflose Nacht zu verbringen. Der Abgeordnete der Fratelli d’Italia, der am Mittwoch sichtlich nervös war und erklärte, er habe nachts zuvor nicht einschlafen können, wird frühestens am morgigen Donnerstag zum Landesrat und stellvertretenden Landeshauptmann gewählt werden.

100 Tage nach den Landtagswahlen haben die SüdtirolerInnen noch immer keine neue Landesregierung – weil alle 35 Abgeordneten bei der heutigen Sitzung über Gott und die Welt reden mussten.

Jürgen Wirth Anderlan brachte es in seiner
mit zwei Minuten mit Abstand kürzesten Rede des Tages in wenigen Worten auf den Punkt: Er fühle sich wie bei der Apfelernte, erklärte der Vertreter der gleichnamigen Bewegung: Die Ernte stehe bevor, Hagel sei vorhergesagt und es gebe stundenlange Diskussionen über das weitere Vorgehen. Aber er sei hier, um für sein Land zu arbeiten.

Selbst ein Blinder konnte erkennen, dass die neue Regierungsmehrheit alles andere als Geschlossenheit und Stabilität ausstrahlt. Für die Hoffnungsträger der SVP – Peter Brunner, Rosmarie Pamer und Luis Walcher – ist die nicht enden wollende Sitzung im Hohen Haus eine ernüchternde Erfahrung: Der Landtag ist weit entfernt von der erhofften politischen Wende, die Politik kümmert sich lieber stundenlang um sich selbst als um die Anliegen der Bevölkerung.

Das Publikum im Landtag und die Familienangehörigen der angehenden Landesräte, die von weit her angereist waren, um der Vereidigung beizuwohnen, verließen bereits nach wenigen Stunden frustriert den Saal: „Da passiert heute eh nichts mehr.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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