„Armes Italien“
Auch in Südtirol ist man entsetzt über den Auftritt der Postfaschisten in der Via Acca Larentia in Rom, wo Hunderte ihre Hand zum Faschistengruß erhoben haben.
Luigi Spagnolli, der Bozner Senator, ist entsetzt und sagt nur: „Armes Italien.“
Am Sonntag haben hunderte Menschen bei einer Veranstaltung in der Via Acca Larentia in Rom ihre rechten Arme in die Höhe gestreckt und den Faschisten-Gruß gezeigt.
Die Geste ist in Italien als „römischer Gruß“ (Saluto romano) bekannt.
Der Hintergrund:
In der Via Acca Larentia hatten Linksterroristen am 7. Januar 1978 zwei junge Neofaschisten erschossen, ein dritter starb später.
Seitdem finden jährlich Gedenkfeiern vor dem ehemaligen Sitz des Movimento Sociale Italiano (MSI) statt.
Die Bilder und Videos von der Versammlung lösten allenthalben Empörung aus.
Spagnolli sagte am Montag:
„Erst gestern habe ich das NS-Dokumentationszentrum in München besucht, ein Museum mit vier Stockwerken, in denen sich die Deutschen mit ihren Fehlern und Schandtaten unter der Nazi-Diktatur auseinandersetzen. Und das in Bayern, das nun nicht wirklich links steht, hier in Italien müssen wir Veranstaltungen mitansehen, die sich aus der Nostalgie für den Faschismus speisen.“
Der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll, bezeichnet die Bilder von Rom als verabscheuungswürdig, zumal auch politische Vertreter an dieser Veranstaltung teilgenommen hätten. „Wenn sich die SVP für eine Koalition mit den Neofaschisten entscheidet, dann sollte sie sich vor Augen führen, dass damit diese Leute und diese Ideologie in Südtirol in die Regierung geholt werden“, schreibt Knoll in einer Aussendung.
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