Die Wut der Schwestern
Nach den Künstlern, den Kulturschaffenden und den Wissenschaftern appellieren nun auch die SUSIs (Südtirol Sisters) an die SVP, nicht den Pakt mit dem Teufel einzugehen.
Die große Frage ist:
Werden sich die politisch Handelnden von den Protesten beeindrucken lassen?
Oder werden die SVP und ihre künftigen Regierungspartner die Warnrufe und die Proteste als den Aufschrei einer intellektuellen Elite abtun, die zwar laut, aber zahlenmäßig überschaubar ist (und am 22. Oktober eh grün oder Team K gewählt hat)?
Tatsache ist:
Die Begleitmusik, die die KritikerInnen einer Rechts-Regierung in Südtirol in den vergangenen Tagen angestimmt haben, wird einen Landeshauptmann – das ist sicher wie das Amen im Gebet – schmerzen. Massiv schmerzen.
Denn der Liebesentzug durch das progressiv-intellektuelle Lager im Land wurmt Arno Kompatscher bestimmt.
Aber dass der LH und sein inzwischen zum Alter Ago gewordener SVP-Chef Philipp Achammer dem Druck der Straße (wenn man bei rund 500 TeilnehmerInnen davon sprechen kann) und des Geistes nachgeben werden, ist ziemlich unwahrscheinlich – auch wenn jetzt nach den Kulturschaffenden, den KünstlerInnen und den Wissenschaftlern auch die SUSIs aktiv werden und laut fordern, die SVP solle ES, bitte, bitte, nicht tun.
Am Sonntag haben die SUSIs (steht für Südtirol Sisters) einen Offenen Brief veröffentlicht, in dem sie den EntscheidungsträgerInnen im Edelweiß noch einmal ins Gewissen reden.
Erstunterzeichnerin dieses Appells ist die Feministin und Wissenschafterin Barbara Plagg.
TAGESZEITUNG Online veröffentlicht den Aufruf der SUSIs im Wortlaut:
„Sehr geehrter Herr Landeshauptmann Arno Kompatscher, geschätzte Entscheidungsträger:innen in der Südtiroler Volkspartei,
wir sind Frauen, wir sind Mütter, wir sind Töchter, wir sind Schwestern und wir sind wütend. Wütend und enttäuscht über die anhaltenden Koalitionsverhandlungen der SVP mit den Parteien Fratelli d’Italia (FdI), Lega und Die Freiheitlichen – denn weder die Parteiprogramme noch die bisher geleistete politische Arbeit dieser Parteien stehen für eine progressive, evidenzbasierte, moderne oder auch frauenfreundliche Politik.
Zu einer zukunftsfähigen Politik gehören Entscheidungen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Aufwertung von Sorgearbeit, das Aufbrechen tradierter Rollenbilder, die Prävention jeglicher Form von Gewalt gegen Frauen und die Gestaltung und der Erhalt eines sozialen und ökologischen Lebensraumes im Sinne der intergenerationalen Gerechtigkeit zum Ziel haben — und dies vor dem Hintergrund einer ethischen Wertehaltung, die den Grundrechten aller Menschen entspricht und niemanden aufgrund seines soziokulturellen Hintergrundes, der Religionszugehörigkeit, des Lebensentwurfes, der Familienkonstellationen oder der Sexualität diskriminiert. Die potentiellen Regierungspartner*innen stehen nicht dafür.
Diese Ziele entsprechen jedoch den gesellschaftlichen Bedürfnissen, den vertraglich festgelegten Zielen und Werten der EU und den europäischen Energie- und Klimazielen 2030 — und diese sind gesellschaftspolitisch gesehen von deutlich höherer Dringlichkeit als die Rückholung einzelner Kompetenzen in die Südtiroler Autonomie (zumal die rechten Regierungspartner*innen auch kein Garant für den Erfolg dieser Kompetenzrückholungen sind). Harald Stauder hat für die SVP im rezenten „Pro&Contra“ den Eingang dieser Koalition mit „Sachpolitik“ begründet, doch ist das genaue Gegenteil der Fall: Es ist Parteipolitik in Reinform, die die SVP betreibt, indem sie Koalitionsgespräche mit den Fdl, der Lega und den Freiheitlichen eingeht.
Mit einer Mischung aus Erstaunen und Empörung verfolgen wir den politischen Diskurs, der sich seit der ersten rechtslastigen Koalition der SVP mit der Lega bis heute weiter verschärft hat und u.a. darin gipfelt, dass FdI’s Marco Galateo Südtirols Kunst- und Kulturschaffenden mit einer SLAPP-Klage (Strategic Lawsuit Against Public Participation) droht, weil diese sich in einer Stellungnahme kritisch gegenüber der diskriminierenden Inhalte der Fdl, der Lega und Der Freiheitlichen und gegen eine Koalition ausgesprochen haben. Die freundliche Drohung macht (erneut) deutlich, welche diskursive Marschrichtung durch die Regierungsbeteiligung der FdI zu erwarten ist.
Wir teilen die Besorgnis vieler Bürger*innen über eine potenzielle Regierungsbeteiligung dieser Parteien.
Eine Koalition mit Parteien, die in wesentlichen Stücken diskriminierend, reaktionär, antifeministisch, queerfeindlich und populistisch agieren, bedeutet nicht nur einen Rückschritt für die Frauenrechte, sondern schwächt noch mehr das gesamte soziale Gefüge und hat keine Antworten auf die aktuell drängenden gesellschaftlichen Fragen.
Auch wenn die Koalition bereits in trockenen Tüchern scheint, da Parteipolitik und nicht Sachpolitik dieser offensichtlich seit längerem den Weg bereitet, appellieren wir an die SVP, ihren Richtungseinschlag zu überdenken und dem Wunsch der Wähler*innen, die den progressiven Flügel der SVP gestärkt haben, nachzukommen. Im Klartext: Keine Koalition mit reaktionären, rechten, diskriminierenden, antifeministischen, queerfeindlichen und menschenfeindlichen Parteien, deren Parteiprogramm und -arbeit nicht auf den Prinzipien der Gleichberechtigung, Freiheit und Respekt basieren.
Abschließend möchten wir darauf hinweisen, dass wir hinter den Werten einer zukunftsfähigen, sozialen und nachhaltigen Gesellschaft stehen und uns durch politische Machtdemonstrationen nicht einschüchtern lassen. Wir werden Ihre politischen Entscheidungen verfolgen, wir werden sie analysieren, quantifizieren, für die Bevölkerung sichtbar machen, gesellschaftspolitisch einordnen und damit die Erosion der Wertehaltungen und die Tragweite und Bedeutung der oft abstrakt scheinenden Politentscheidungen für das Leben der Einzelnen aufzeigen.
Wir machen dies als vernetzte Frauen, als Unternehmerinnen, als Akademikerinnen, als Lehrerinnen, als pädagogische Fachkräfte, als Wissenschaftlerinnen, als Ärztinnen, als Krankenpflegerinnen, als Künstlerinnen, als Architektinnen, als Pflegehelferinnen, als Studentinnen, als Führungskräfte, als Hausfrauen, als Handwerkerinnen, als Mütter, die für sich und ihre Kinder eine zukunftsfähige Welt gestaltet wissen wollen.
Wir verwehren uns der gesellschaftlichen Spaltung, der reaktionären Diskursrichtung und den populistischen Tendenzen und appellieren an die SVP, sich kurz vor knapp der gesellschaftspolitischen Dringlichkeiten, der Prinzipien einer zukunftsweisenden Politik und der eigenen Wahlversprechen zu entsinnen.
Weil, Mander, es isch Zeit für Zukunft!“
Das sind die Unterzeichnerinnen des Appells bis Sonntagabend 18.00 Uhr
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Barbara Plagg
Judith Kienzl
Caroline Flieher
Sarah Meraner
Theodora Kuntner
Thöni Karin
Evelyn Haller
Elisabeth Mahlknecht
Magdalena Egger
Manuela Marcher
Christiane Pircher
Carmen Torggler
Christina Salatin
Barbara Goller
Carmen Waldthaler
Melanie Bonora
Astrid Prosch
Sieglinde Lamprecht
Hofer Evelyn
Tappeiner Margot
Astrid Gärber
gretalobis
Sonja Andergassen
Andergassen Stefanie
Evelyn Oberrauch
Martina Leitner
Martina Ochsenreiter
Heidi Siller
Isolde Veith
Magdalena Pircher
Reifer Manuela
Sarah Merler
Angelika Gamper
Margot Mayrhofer
Sophie Huber
Gabi Giovanelli
Alexandra Hofer
Patrizia Ferdinelli
Sonja Beikircher
Silvia Hofer
Astrid Kofler
Greta Holzer
Marion Plunger
Nina Maria Eisendle
Barbara Mayrhofer
Lisa Marie Tappeiner
Kathrin Regensberger
Christiane Kaserer
Claudia Mulser
Margot Mayrhofer
Lydia Cerbaro
Maru Ceccon
Barbara Mayrhofer
Sophie Huber
Patrycja Pierchala
Eva Kuen
Nadja Ploner
Marlies Untersteiner
Elide Mussner
Patrycja Pierchala
Annaliese Federer
Nora Mitterrutzner
Andrea Daldos
Lilli Unterkircher
Verena Malfertheiner
Sonja Niklas
Barbara Kofler
Maria Lang
Rita Ploner
Verant Anna Katharina
Katharina Gamper
Ingrid Mair
Yasmine Brunoni
Lena Grundler
Ingrid Mair
Elisabeth Mair
Elisabeth Fulterer
Ulrike Teutsch
Kordula Hell
Ulrike Teutsch
Katharina Telfser
Gabriele Schnapper
Katharina Burger
Elisabeth Schweigl
Julia Niederbrunner
Elisabeth Stürz
Judith Waldboth
Caroline Zimmermann
Andrea Pircher
Rier Vera
Elisabeth Stürz
Kathrin Munter
Marlies Lanthaler
Silvia Baumgartner
Marion Thöni
Monika Gianmoena
Judith Tavella
Eleonora Cristofoletti
Alessandra Volgger
Carolin Baldassarre
Sigrid Mairhofer
Carolin Baldassarre
Valentina Ortler
Eva Aurich
Elisabeth Fulterer
Mara Mittelberger
Rita Ploner
Lisa Aspmair
Eccli Adriana
Sara Bagozzi
Anna Gabrielli
Viktoria Mittermair
Tanja Gander
Emma Mulser
Alessandra Cristofoletti
Nadja
Ida Prader
Lukas Gschnitzer
Inge Wielander
Marlene Messner
Marlene Messner
Maria Reich
Michaela Falkensteiner
Greta Cäcilia Schweitzer
Michaela Falkensteiner
Gerlinde Haller
Anna Rauch
Anneliese Raffl
Irmgard Hitthaler
Rabensteiner Martina
Nils Tavella
Christine Gamberoni
Marion kiem
Carmen Gotter
Nadia Paone
Tolpeit Anna
Eva Mair am Tinkhof
Evi Großgasteiger
Judith Valentin
Gabriele Telschow-Mayr
Heidi Ulm
Sandra Giovinazzo
Ruth Pinzger
Evi Großgasteiger
Julia Mitterrutzner
Linser Monika
Martina Unterkircher
Evi Gasser
Sara Vitroler
Edeltraud Zößmayr
Kerstin Tolpeit
Annemarie Thaler
Sandra Moszner
Birgit Stimpfl
Sandra Moszner
Greta Pichler
Sonja Sader
Camilla Moroder
Sophie Polig
Karin Schoelzhorn
Katharina Eisendle
Marlene Erschbamer
Katharina Eisendle
Alexandra Angerer
Rebekka Jörg
Sigrid Klotz
Hannah Peer
Julia Mayer
Franziska Poness
Regina Marcher
Rieder Evelyn
Johanna Mitterhofer
Agatha Egger
Theresa Zelger
Verdorfer Waltraud
Uschi Volgger
Linda Rier
Marcher Annemarie
Michaela Neumair
Elisabeth Kampp
Elisa Zenatti
Linda Rier
Waltraud Marcher
Lamprecht Margareth
Lena Spitaler
Laura Obkircher
Carolin Pedoth
Julia Sartoni
Martina Fischnaller
Evi Agostini
Sara Daz
Marieluise Dorfmann Angerer
Sara Iovino
Janin Höllrigl
Katja Springeth
Michaela Complojer
Christine Gamberoni
Anna Luther
Evi Kostner
Martina Gruber
Ruth Taschler
Lisa Frei
Marianne viskanic
Gaia Mureda
Margareth Senn
Christine Schuster
Anna Kofler
Lisa Furtschegger
Sara Ottaviani
Evelyn Spechtenhauser
Rosina Ruatti
Petra Amplatz
Dietlind Unterhofer
Tamara Kaser
Elisabeth Viskanic
Annalena Kluge
Sabine Hofer
Margot Federspieler
Elisa Obkircher
Anna Schwarz
Petra Bonini
Tinkhauser Heidi
Maite Leal
Barbara Fuchs
Hannelore Schwabl
Sigrid Prader
Herta Abram
Lisa Maria Calvi
Siglinde Zipperle
Iris Nocker
Marie Parigger
Margit Thaler
Evelyn Mayr
Wally Rungger
Carmen Mair
Hanna Obletter
Sophia Tovazzi
Debora Longariva
Herta Abram
Helga Plankensteiner
Maria Thaler
Monika Gruber
Mara Stampfl
Sofia Chiara Ceccon
Nora Kerschbaumer
Christina Tinkhauser
Maria Walburga Thaler
Kathrin Jocher
Katharina Kofler
Martha Verdorfer
Susanne v. Kempter
Siglinde Zipperle
Julia Unterkircher
Barbara Stecher
Lea Aichner
Julia Inderst
Sofie Terzer
Maria Michaeler
Ingrid Marmsoler
Alexander Pertoll
Cristina De Paoli
Gerda Frischmann
Marita Raich
Katharina Unterrichter
Kathrin Tschager
Julia Hainz
Kathrin Tschager
Gertrud Kofler
Josef Ruffa
Shirin Tandon
Heidi Lanznaster
Monika Laner
Carmen Fritsch
Eva Ladurner
Susanne Taucher
Anna Schwarz
Michaela Zetzlmann
Monika Mahlknecht
Elda Letrari
Christoph Mahlknecht
Petra Kaneppele
Sarah Kofler
Lia Nössing
Verena Polli
Priska Kainz
Karin Gurschler
Hannah Beikircher
Majda Brecelj
Sabine Mahlknecht
Claudia Messner
Sabine Müller
Verena Polli
Maria Raffeiner
Helene Putzer
Marta Nappo
Margot Pohl
Margareth Fink
Claudia Hackhofer
Ruth Schmidhammer
Verena Aschbacher
Monika Turin
Genetti Susanna
Petra Massardi
Martina Fink
Simone Ines Schwienbacher
Magdalena Stoll
Vivien Gurschler
Magdalena Meauschek
Karin Ortner
Erika Prader
Anna Messner
Sophia Aspmair
Heidi Beilircher
Christine Polli
Kathrin Eisath
Michaela Aichner
Nadia franceschini
Nadja Schuster
Sabine Pfattner
Sophia Maria Marcadent
Margareth Wieland
Monica Scherer
Teresa Hölzl
Petra Röck
Isabella Berger
Michaela Senn
Karolin Müller
Evelyn Zelger
Sara Costabiei
Barbara Grießmair
Margareth Huber
Jessica Natalie Rogen
Oberhofer Heidi
Katja Solderer
Anita Domanegg
Ursula Stoll
Catharina Brandl
Pircher Martina
Unterhofer Edith
Renate Mumelter
Sara Dapoz
Grego Petra
Walburg Wielander
Christine Strickner
Jutta Lantschner
Magdalena Pramstraller
Vera Klotz
Angelika König
Margareth Griessmair
hildegard haas
Lisa Mazza
Unterweger Elisa
Elisabeth M. Gruber
Tanya Deporta
Barbara Trojer
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