Benkos Entmachtung
Erdbeben bei der Signa Holding: Firmengründer René Benko zieht sich auf Druck der Mitgesellschaft zurück, Heinz Peter Hager verspricht die Fortführung des Bozner Projekts WaltherPark.
von Thomas Vikoler
Ein Bozner spielt in der Krise des Signa-Immobilienimperiums nun eine zentrale Rolle: Hans Peter Haselsteiner, Chef des Baukonzerns Strabag und 15-Prozent-Anteilshaber bei Signa. Er hat, wie nun bekannt wurde, Signa-Gründer René Benko zusammen mit anderen Minderheitseignern aufgefordert, sich aus dem Unternehmen zurückzuziehen und seine Stimmrechte einem Treuhänder zu übergeben.
Der Sanierungsexperte Arndt Geiwitz soll das Zepter im unter Liquiditätsproblemen leidenden Signa-Imperium übernehmen. Und: Benko hat sich laut Haselsteiner bereit erklärt, sich aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen.
Damit ist klar: Der Konzern, der zuletzt Bauprojekte in Hamburg, Düsseldorf und Stuttgart stoppen musste, wird zu einem Sanierungsfall. Und damit die Zukunft aller bestehenden Baustellen ungewiss.
Und der WaltherPark in Bozen, der laut bisherigen Plänen im Frühjahr 2025 fertiggestellt werden soll? „Unsere Projekte, insbesondere der WaltherPark, gehen auf jeden Fall normal weiter“, erklärte Benkos Statthalter Heinz Peter Hager am Freitag in einer Pressemitteilung. Zu einem Zeitpunkt, als von einem Rückzug des Tiroler Firmengründers nicht die Rede war.
„Wir sind in Südtirol bei Signa daran gewohnt, sehr autonom zu arbeiten und auch die Unternehmen sind so organisiert, dass sie unabhängig vom Mutterkonzern funktionieren“, erklärte Hager. Dennoch sei es „nachvollziehbar, dass bestimmte Nachrichten aus Deutschland und Österreich auch in Südtirol Fragen aufwerfen können“.
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