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Wo ist Zerzers Bilanz?

Florian Zerzer und Thomas Widmann

Thomas Schael setzt seinen Privatkrieg gegen seinen Nachfolger fort. Er wirft dem Noch-Generaldirektor Florian Zerzer vor, die Bilanz bis nach den Wahlen geheimhalten zu wollen – weil er ein Millionen-Loch gebaut habe.

von Artur Oberhofer

Thomas Schael ist ein Mann der klaren Worte. „Mich hat man 2018 aus Südtirol weggeschickt, weil man sagte, ich würde der SVP 20.000 Stimmen kosten, der Herr Zerzer wird der SVP 50.000 Stimmen kosten.“

So wie angekündigt, hat der ehemalige Generaldirektor des Sanitätsbetriebes, der inzwischen in den Abruzzen arbeitet, am Donnerstag das Landesgericht und den Rechnungshof mit der Causa Zerzer befasst.

Nach Ansicht von Thomas Schael ist die Verlängerung des Auftrages von Florian Zerzer rechtswidrig. Sein in Unehren ergrauter Nachfolger sei nicht in das Landesverzeichnis der Generaldirektor eingetragen, folglich hätte man den am 14. Oktober dieses Jahres auslaufenden Vertrag mit Zerzer nicht verlängern dürfen, sagt Schael. Und fügt hinzu: „Mich hat man weggeschickt und dafür sogar die Zahlung einer ansehnlichen Abfindung (184.000 Euro, Anm. d. R.) in Kauf genommen, den Herrn Zerzer wäre man ohne Abfindung losgeworden“, lästert Schael.

Der Ex-Sabes-„General“ geht davon aus, dass die Gerichte die Vertragsverlängerung für Florian Zerzer für null und nichtig erklären werden. Schael geht unter anderem von einem möglichen Amtsmissbrauch aus.

Aus dem Umfeld von Landeshauptmann und Gesundheits-Landesrat Arno Kompatscher heißt es: „Herr Schael vergisst, dass auch die mit dem Fall Zerzer befassten Stellen beim Land von Juristen besetzt sind.“ Sprich: Man wisse sehr wohl, was man tue.

Beim Land gibt man sich also gelassen. Zumindest nach außen hin.

In seiner Anzeige, die der TAGESZEITUNG vorliegt, erhebt Thomas Schael weitere schwere Vorwürfe gegen Florian Zerzer. So habe dieser bis heute noch nicht die Bilanz für das Jahr 2022 vorgelegt.

Die Bilanz hätte Zerzer bis 30. April dieses Jahresvorlegen müssen. Und die Landesregierung ihrerseits hätte Zerzer anmahnen müssen, die Bilanz binnen 30 Tagen vorzulegen. Wenn Zerzer die Bilanz dann immer noch nicht vorgelegt hätte, hätte man ihn entlassen können/müssen. Schael sagt: „Wenn ich so etwas in den Abruzzen getan hätte, wäre ich geflogen.“

Thomas Schael geht davon aus, dass Florian Zerzer die Bilanz deswegen nicht (vor den Wahlen) vorgelegt habe, weil er ein Millionen-Loch gebaut habe. Schael spricht von einem Minus von 50 Millionen.

Nach Informationen der TAGESZEITUNG sind es 18 Millionen Euro.

Schael geht in seiner „Rechnung“ davon aus, dass der Sanitätsbetrieb auch die rund 30 Millionen Euro, die die Firma OberAlp gegenüber dem Betrieb geltend macht, bilanzieren muss.

Schael rechnet außerdem vor, dass er – Zitat – in seiner Sabes-Zeit „mit einem Budget von 1,3 Milliarden Euro gefahren“ sei und „jedes Jahr 10 bis 15 Millionen Euro Gewinn gemacht“ habe. Seinem Nachfolger Zerzerstünden 1,5 Milliarden zur Verfügung, und er habe dennoch ein Loch gebaut.

Und was sagt Florian Zerzer?

Der Noch-Generaldirektor sagte gegenüber Rai Südtirol, „die definitive Bilanz ist noch nicht abgeschlossen, für die Bilanzaufstellung ist jetzt die Zertifizierung einer Agentur notwendig.

Dieser Umstand habe das ganze Verfahren verzögert.

Die bevorstehenden Wahlen hätten damit nichts zu tun. Sagt Zerzer.

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