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Betrunken am Steuer

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Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 800 Führerscheine wegen Trunkenheit am Steuer eingezogen – die Führerscheinentzüge bei Personen unter 30 nehmen überdurchschnittlich stark zu.

von Lisi Lang

Obwohl sie zu viel getrunken haben, setzen sie sich ans Steuer: In Südtirol wurden im vergangenen Jahr deutlich mehr Führerscheine wegen Trunkenheit am Steuer oder Fahren unter Drogeneinfluss entzogen. Auch wurden mehr Unfälle auf Südtirols Straßen verzeichnet. Das geht aus den neuesten Daten des Landesstatistikinstituts Astat hervor.

Im Jahr 2022 wurden 800 Führerscheine wegen Trunkenheit am Steuer entzogen, daraus ergibt sich ein Anstieg von 38,4 Prozent im Vergleich zu 2021. Der Anstieg ist aber nicht nur deswegen so hoch, weil die Mobilität in den Corona-Jahren eingeschränkt war: Wenn man die Daten aus dem Jahr 2022 mit jenen vor der Pandemie, also aus dem Jahr 2019 vergleicht, zeigt sich eine starke Zunahme von 31,4 Prozent.

Die Altersklasse mit der größten Zahl entzogener Führerscheine ist die der 45- bis 49-Jährigen, dahinter folgt die Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen mit insgesamt 103 eingezogenen Führerscheinen und jene der 50- bis 54-Jährigen mit 86 entzogenen Führerscheinen.

Interessant ist auch, dass es einen großen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt. 724 der entzogenen Führerscheine betreffen Männer, nur 76 Frauen – wobei die Zunahme von 2019 auf 2022 bei den Frauen im Verhältnis größer war als bei den Männern.

Die neuen Astat-Daten zeigen aber auch eine besorgniserregende Entwicklung auf: Zwischen 2019 und 2022 wird insgesamt eine sehr starke Zunahme der Führerscheinentzüge verzeichnet – überdurchschnittlich war diese aber für alle Altersklassen unter 30. Bei der Altersklasse der 15- bis 19-Jährigen ist eine Zunahme von 72,7 Prozent erkennbar, 51,9 Prozent mehr sind es bei den 20- bis 24-Jährigen und ein Plus von 53,7 Prozent bei den 25- bis 29-Jährigen. Bei den 15- bis 29-Jährigen wird eine durchschnittliche Gesamtzunahme von 54,6 Prozent erhoben – in absoluten Zahlen steigen die entzogenen Führerscheine bei den unter 30-Jährigen von 130 im Jahr 2019 auf 201 im Jahr 2022.

Der durchschnittliche im Rahmen von Polizeikontrollen festgestellte Alkoholspiegel bei Fahrerinnen und Fahrern, denen der Führerschein entzogen wurde, lag im Jahr 2022 bei 1,4 Promille, sei es bei Frauen, als auch bei Männern. Sieben Führerscheine wurden mit einem höheren Alkoholspiegel als 3,0 Promille entzogen.

Im Jahr 2022 wurden auch 39 Führerscheine (32 davon Männer) wegen Fahrens unter Einfluss von Drogen entzogen (gemäß Art. 187 der Straßenverkehrsordnung) – das entspricht einer Zunahme von 50 Prozent gegenüber 2021. In den meisten Fällen handelt es sich um Cannabinoide und Kokain. In 53,8 Prozent der Fälle wurde der Führerschein aufgrund eines Unfalles entzogen.

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