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„Die kompetentesten Köpfe“

LH Arno Kompatscher beim Wahlkampf-Auftakt in Völs

Die in den Umfragen schwächelnde SVP startet bescheiden, aber zuversichtlich in den Landtags-Wahlkampf.

Von Matthias Kofler

Die SVP hat am Samstag in Völs am Schlern, dem Heimatort des Landeshauptmanns, die heiße Wahlkampfphase für die Landtagswahlen eingeläutet. Es stehe „ganz viel auf dem Spiel“, es stehe „Spitz auf Knopf“, rief Spitzenkandidat Arno Kompatscher rund 200 Getreuen auf dem Festplatz zu. Oberstes Ziel der Veranstaltung war es, nach den schwierigen letzten Monaten – Dauerkrisen, Skandale, Parteiaustritte – wieder eine optimistische Grundstimmung unter den Anhängern zu erzeugen. Anders als in der Vergangenheit entschied die Parteispitze bewusst, auf einen pompösen und kostspieligen Auftritt zu verzichten. Bescheidenheit und Bodenständigkeit standen im Vordergrund.

In den Umfragen liegt die Edelweißpartei aktuell bei 35 Prozent – das wäre ein Verlust von zwei Landtagssitzen. Kompatscher hob aber andere Umfrageergebnisse hervor, laut denen sich Südtirol „auf einem sehr guten Weg“ befinde. Die allermeisten Landsleute seien demnach mit der Arbeit der Politiker zufrieden. In Südtirol gebe es keine Landflucht, eine funktionierende Infrastruktur bis in die kleinsten Orte, eine starke Wirtschaft und einen starken Tourismus. Mit seinem BIP wäre Südtirol in Österreich der Erste, in Italien sei es das sowieso. „Wir haben, das kann ganz objektiv gesagt werden, die kompetentesten Köpfe – allesamt mit viel Lebenserfahrung und viel Herzblut“, peitschte der LH in einer 20-minütigen Rede seine Mitstreiter ein. Die SVP wisse, was zu tun sei. Jetzt gelte es, die Ärmel hochzukrempeln. Es gebe noch viele offene Baustellen. Populistische Sprüche zu komplexen Themen überlasse man aber anderen, so Kompatscher.

Noch vor dem offiziellen Wahlkampfauftakt hatte sich der SVP-Auschuss im Vereinshaus in Völs zu einer Sitzung zusammengefunden: Bei dieser wurde, nach kurzer Diskussion, das Wahlprogramm einstimmig genehmigt.

Nur wer SVP wähle, sorge für Stabilität in Südtirol. So lautete die Message, die Obmann Philipp Achammer unter das Wahlvolk bringen will. Am 22. Oktober stünden 16 Listen zur Wahl, so viele wie noch nie. Südtirol stehe vor einer schwierigen Regierungsbildung. Eine Zersplitterung müsse unbedingt vermieden werden. In seiner Rede nahm Achammer den LH auch vor den Angriffen in Schutz, die zuletzt von allen Seiten auf diesen eingeprasselt waren. „Wir stehen voll hinter ihm“, betonte Achammer. Er tat dies freilich nicht nur, um Kompatscher zu gefallen. Der Obmann weiß: Geht die Wahl in die Hose, ist auch er selbst nicht mehr zu halten.

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