Eine Atempause?
Im August stehen wie jedes Jahr keine Landtagssitzungen an. Dieses Zeitfenster nutzen viele Politiker für einen erholsamen Urlaub. Ist das in Wahlkampfzeiten überhaupt möglich?
Maria Hochgruber Kuenzer, SVP:
Wie jeder andere Mensch brauche auch ich eine Zeit, in der ich mich erholen kann, um später die Energie aufzubringen, weiterzumachen. Aus diesem Grund verbringen wir meist unseren Urlaub in einem einfachen gehaltenen Haus, welches früher von Ordensschwestern geführt wurde. Auch mit der Wahl meines Transportmittels setze ich mich vor der Reise auseinander: Beispielsweise habe ich noch nie eine Flugreise unternommen, um mein Urlaubsziel zu erreichen, privat ist es beispielsweise so, dass ich noch nie eine Flugreise gemacht habe, um mein Urlaubsziel zu erreichen. Auch die Entfernung spielt für mich eine große Rolle, weshalb ich für eine kurze Auszeit bevorzugterweise in der Nähe bleibe. Die Tatsache, dass dieses Haus lediglich vier Stunden von Südtirol entfernt ist, ermöglicht es mir, zwischendurch einen wichtigen Termin wahrnehmen zu können. Dies wird mir in diesem Sommer besonders zugutekommen, da der August aufgrund des Wahlkampfes stressig werden könnte. Zwar bleiben die Arbeitszeiten dieselben, jedoch hat sich die Arbeit selbst verändert: Statt an Gesetzen und anderen Inhalten zu arbeiten, muss ich nun vor allem mit den Menschen in Kontakt treten, um ihnen zu zeigen, wofür ich mich einsetze und dadurch nochmals ihr Vertrauen zu gewinnen.
Arno Kompatscher, SVP:
Tatsächlich war ich bereits im Urlaub: Wir waren gemeinsam mit den vier kleinen Kindern für eine Woche in Apulien, wobei es sich hierbei um meinen ersten Urlaub seit Jahren gehandelt hat. Um unser Reiseziel zu erreichen sind wir zwar mit dem Flugzeug geflogen, haben aber kompensiert. Ich habe es sehr genossen, wenigstens eine Woche mit meinen Kindern verbringen zu können.
Philipp Achammer, SVP:
Viel von der Pause merkt man im heurigen Jahr nicht, da sich alle auf den Wahlgang im Oktober vorbereiten. Hinzukommt, dass die heutige Zeit viel intensiver ist als vor zehn Jahren, als ich mit der Politik begonnen habe. Irgendwann werde ich mir trotzdem eine kurze Pause nehmen, um etwas Zeit mit meiner Familie verbringen zu können. Da ich meistens in der Nähe Urlaub mache, fliege ich schon seit vielen Jahren nicht mehr und muss gestehen, dass ich den Reiz an Flugreise im Moment auch nicht mehr so stark verspüre. Stattdessen sind wir zu Campern geworden, um auch die hiesige Landschaft zu genießen.
Franz Locher, SVP:
Da in diesem Jahr der Wahlkampf ansteht, wird sich nicht viel ergeben, dennoch könnte ich mir vorstellen, ein oder zwei Tage freizuschaufeln, um nach Nordtirol oder ins Salzburgerland in die Berge zu fahren. Da ich dort auch den ein oder anderen Berg besteigen würde, bin ich auf mein eigenes Auto angewiesen, da für eine Wanderung frühzeitig starten muss und zu diesem Zeitpunkt meistens keine geeignete Linie vorhanden ist. Allgemein glaube ich aber, dass, wenn man in den Urlaub fährt, die Bahn sehr geeignet ist, da man meist schnell und pünktlich vorankommt. Trotz dessen ist es zurzeit am wichtigsten in Südtirol zu bleiben, um den Wählern, die in diesem Jahr großes Interesse an unseren Programm zeigen, die notwendigen Informationen liefern zu können.
Sven Knoll, Süd-Tiroler Freiheit:
Nein, ich werde nicht in den Urlaub fahren, stattdessen werde ich mich in den kommenden Wochen voll und ganz auf den Wahlkampf konzentrieren. Die Wahlkampfzeit ist eine sehr schöne Zeit, da man die Chance erhält, mit den Menschen in Kontakt zu treten, weshalb ich auch voller Tatendrang bin. Wenn einem die Arbeit Freude macht und man sieht, dass man Menschen helfen kann, schöpft man jeden Tag neue Kraft daraus. Was den Stress betrifft, bin ich davon überzeugt, dass man ihn sich hauptsächlich selbst macht. Wenn es mir die Zeit erlaubt, werde ich vielleicht ein verlängertes Wochenende auf einer Bergtour verbringen oder eine Stadt besichtigen. Bei der Wahl des Transportmittels achte ich immer sehr darauf, möglichst öffentliche Verkehrsmittel zu verwenden, da ich Flugreisen nicht mag und deswegen die Eisenbahn bevorzuge.
Brigitte Foppa, Grüne Fraktion:
Ich habe meinen diesjährigen Urlaub schon aufgebraucht: Zum einen war ich Anfang Juni zu Fuß auf Italien-Durchquerung, von der ich die Hälfte, circa 220 Kilometer, gemacht habe. Im Juli habe ich für einige Tage den spanischen Nationalpark der Islas Atlànticas besucht. Natürlich achte ich auch seit jeher auf die Wahl meines Transportmittels, so bin ich beispielsweise in meinen ersten 50 Lebensjahren praktisch überhaupt nie geflogen. Mit meinen Kindern haben wir lange Zugreisen und Interrail-Urlaube gemacht. In den letzten Jahren habe ich das Pilgern entdeckt – die schönste Art überhaupt, um zur Ruhe zu kommen, ist das Gehen. Für ein Wahljahr ist das recht viel, jedoch hatte ich auch die Notwendigkeit, abzuschalten, da es sehr anspruchsvolle Zeiten sind. Im August werden sich Reisen sicher nicht mehr ausgehen, da dieser aufgrund der Wahlen dementsprechend stressig wird: Programm schreiben, Kampagne herrichten, bürokratische Angelegenheiten regeln, politischen Aktionen setzen wie auch im Land unterwegs sein. So ist eben der Ferragosto im Wahljahr. Demnach wird mein Garten mein Rastplatz sein.
Rita Mattei, Lega:
Ich werde nicht in den Urlaub fahren und die Zeit nutzen, um in meinem Büro in Meran zu arbeiten und mich auf den Wahlkampf vorzubereiten. Ich vermute, dass es keine Pausen zwischen meiner Arbeit im Büro und den Wahlaufgaben geben wird, auch weil ich für meine Partei im Bezirk Burggrafenamt verantwortlich bin. Aus diesem Grund sehe ich einen stressigen August kommen, jedoch wird auch dieser sich nicht groß vom vergangenen Jahr unterscheiden, wo ich für die Parlamentswahlen im September als Kandidat für den Senat im Wahlkreis Meran tätig war. Sollte es mir gelingen, ein paar Tage freischaufeln zu können, werde ich nicht weit fahren und dafür auch mein privates Auto benutzen.
Umfrage: Stefanie Putzer
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