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Schlauer Peter


Aufregung in der SVP: Einen Tag vor Inkrafttreten der gesetzlichen Spesenobergrenze schaltet Peter Brunner eine kostspielige Werbeannonce in den Athesia-Medien.

von Matthias Kofler und Erna Egger

Die SVP-Landtagsabgeordneten staunten nicht schlecht, als sie am Wochenende die Tageszeitung „Dolomiten“ in den Händen hielten. Auf der Titelseite strahlte ihnen Peter Brunner, Bürgermeister von Brixen und Mitbewerber bei den Landtagswahlen, entgegen. Auf einer Postkarte ruft der SVP-Politiker die BürgerInnen dazu auf, ihm ihre Anliegen und Ideen für Südtirol zuzuschicken. Eine ähnliche Annonce schaltete der Bürgermeister auch in den Vinschger Lokalzeitungen, die sich ebenfalls im Besitz des Athesia-Kolosses befinden.

„Dass jemand schon so früh und so wuchtig für sich selbst wirbt, gab es noch nie“, meint ein vor Neid erblassender SVP-Abgeordneter. Gemeinsam mit Kollegen hat er die Preisliste der „Dolomiten“ hergenommen und ist nach einigen Rechenübungen zum Schluss gekommen, dass Brunner für seine einmalige Aktion wohl zwischen 10.000 und 12.000 Euro hingeblättert haben dürfte.

Brisant: In den 90 Tagen vor der Wahl gilt für alle Kandidaten eine Wahlkampfkosten-Obergrenze von 30.000 Euro. Diese trat aber erst mit dem gestrigen Montag in Kraft. Schlauer Peter, sagen deshalb die SVP-Kollegen. Für Kopfschütteln sorgt aber auch der Umstand, dass Brunner ausgerechnet jene Medien füttert, die LH Arno Kompatscher in die Wüste schicken wollen. Dabei wird er selbst dem Kompatscher-Lager zugeordnet.

„Diese Initiative – also die Umfragen bei den Menschen zu ihren Anliegen – haben wir schon zweimal erfolgreich auf lokaler Ebene in Brixen durchgeführt. Daher wollten wir diese wiederholen“, wehrt sich Brunner. Die „Dolomiten“ sei das Medium mit der größten Reichweite – mit ihr erreiche man die Haushalte. Zudem sei es das einzige Medium, das diese Postkartenaktion auch angeboten habe. Er habe jedenfalls sehr viele positive und auch konstruktive Rückmeldungen erhalten. In Richtung seiner möglichen neuen SVP-Kollegen im Landtag sagt der Brixner: „Ich kann sie alle beruhigen: Von einer Summe von 10.000 Euro sind wir weit entfernt. Und vor gewissen Zeiten fallen diese Summe nicht ins Wahlkampfbudget.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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