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Rüffel für Julia

Weil sie sich in ihrer Rede einen Seitenhieb gegen Michaela Biancofiore nicht verkneifen konnte, wurde Julia Unterberger von der Senatspräsidentin gemaßregelt.

Der Senat hat gestern in erster Lesung einem Verbot von Laborfleisch zugestimmt. Die Autonomiefraktion stimmte mehrheitlich gegen den Gesetzentwurf der Regierung. Dafne Musolino votierte als einzige mit der Mehrheit. Meinhard Durnwalder nahm an einer wichtigen Aussprache bezüglich der Durchführungsbestimmung zum Ehrenamt teil, die sich laut dem Pusterer auf der Zielgerade befindet.

„Die Maßnahme gegen das kultivierte Fleisch ist reine Propaganda“, kritisierte Autonomiegruppen-Chefin Julia Unterberger. Die Regierung verbiete hiermit den Verkauf eines Produktes, das es heute noch gar nicht gebe. „Dabei weiß doch jeder, dass es dringend notwendig ist, eine Alternative zu intensiv gezüchtetem Fleisch zu finden. Dieses belastet die Umwelt mit einem Flächenverbrauch von 30 % und erzeugt 17 % der Treibhausgase des Planeten. Achtzig Prozent der weltweit produzierten Antibiotika werden eingesetzt, um die Tiere in der Massentierhaltung am Leben zu erhalten. Die Welt schaut interessiert auf die Versuche mit Laborfleisch, um dem grausamen Leiden der Tiere in der Massentierhaltung ein Ende zu setzen“, rührte sie die Werbetrommel für In-Vitro-Fleisch, das 2030 bereits 25 Milliarden Euro wert sein wird.

Unterberger zerpflückte auch die Argumente ihres Kollegen Herbert Dorfmann, indem sie unterstrich, dass die Agrarwirtschaft nichts zu befürchten habe. Zuchtfleisch werde nicht mit der Qualitätsproduktion konkurrieren. Von Alternative zu den Intensivtierhaltungen könne die Agrarindustrie nur profitieren. „Man verteidigt das ,Made in Italy‘ nicht, indem man Barrieren setzt und versucht, den Wind mit den Händen zu stoppen“, so Unterberger.

Zu einem kleinen Zwischenfall kam es, als die Senatorin die Frage aufwarf, warum jene Mitte-Rechts-Politiker schwiegen, „die wegen eines getöteten Wolfs oder Bärs auf die Barrikaden steigen“. Weil sie dabei direkt Michaela Biancofiore anredete, obwohl man im Palazzo Madama immer zum Präsidium sprechen muss, ging Sitzungsleiterin Mariolina Castellone dazwischen: „Si rivolga alla Presidenza.“ (mat)

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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