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„Zu heiß und zu feucht“

Foto: 123RF

In den vorgeblich besten OP-Sälen Europas am Bozner Spital darf nur mehr bis 14.00 Uhr operiert werden. Weil die Klimaanlage zu schwach ist.

Ein Primar bringt das Dilemma auf den Punkt: „Wir sind ein Schlechtwetter-Spital.“

Das Bozner Spital sorgt wieder einmal für negative Schlagzeilen.

Um was geht es?

Die Chirurgen des Bozner Spitals haben am vergangenen Dienstag die Anweisung erhalten, in den 14 OP-Sälen des neuen Spitals nur mehr bis 14.00 Uhr zu operieren. Ab 14.00 Uhr dürfen nur mehr dringliche Operationen durchgeführt werden.

Der Grund:
Die Air Condition ist aufgrund der hohen Temperaturen nicht mehr in der Lage, die OP-Säle zu kühlen und zu entfeuchten.

Wie ein leitender Arzt am Mittwochabend gegenüber TAGESZEITUNG Online erklärte, seien die Temperaturen in den OP-Sälen auf über 26 Grad gestiegen, erlaubt seien 24 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent.

In den OP-Sälen im neuen Spitalstrakt seien auch Luftfeuchtigkeits-Werte von 83 Prozent gemessen worden.

Bei so hohen Temperaturen und bei einer so extremen Feuchtigkeit steige das Infektionsrisiko für die Patienten erheblich steigt, sagt der Insider. Es sei zu heiß und zu feucht in den OP-Sälen.

Der mögliche Grund für diesen Skandal:

Das Kühlaggregat sei, so sagt der Informant, von den Planern wohl unterdimensioniert worden.

Was die Sache doppelt peinlich macht: Es geht um jene OP-Säle, die im März dieses Jahres von der Spitze der Südtiroler Sanität als die modernsten Europas vorgestellt worden waren.

Große Operationen dürfen also nur mehr bei Schlechtwetter durchgeführt werden. Für den Nachmittag geplante Eingriffe müssen verschoben werden.

Brisant:

Die Verantwortlichen im Krankenhaus kennen das Problem seit drei Wochen, haben aber erst jetzt reagiert.

Irgendjemand hat scheinbar die Arbeitsmedizin eingeschaltet, so dass die Verwaltung reagieren musste.

Der Informant sagt: „Wir haben es mit einem Pfusch, mit einer Fehlplanung zu tun, und niemand will die Verantwortung übernehmen.“

Bei den OP-Sälen handelt es sich um drei sogenannte „Hybrid-Säle“ (Neurochirurgie/Orthopädie und Gefäßchirurgie) sowie um 11 hochtechnologische „normale“ Säle.

Bei der Vorstellung der OP-Säle im März dieses Jahres sagte Sabes-Generaldirektor Florian Zerzer:

„Gerade im Krankenhaus Bozen haben wir es mit vielen komplexen Eingriffen, die als Notfalleingriffe oder geplant stattfinden, zu tun. Mit dieser hochmodernen Einrichtung können sich unsere Patientinnen und Patienten sicher sein, dass sie bestens aufgehoben sind.“

Foto: Sanitätsbetrieb Bozen

 

 

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