„Steigerung um 150 Prozent“

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In einem offenen Brief wird Landesrat Arnold Schuler aufgefordert, die geplante Reform der Ortstaxe fallenzulassen. Absender sind die Belvita-Hotels.
von Thomas Vikoler
Tourismuslandesrat Arnold Schuler ist derzeit nicht zu beneiden. Er zeigt großen Reformeifer und hat im vergangenen Jahr einen umstrittenen (aufgeweichten) Bettenstopp durchgesetzt. Nun steht – wenige Monate vor den Landtagswahlen – die Neuregelung der Ortstaxe auf seiner Agenda und es gibt Kritik von allen Seiten: Einmal von den Tourismusorganisationen wegen der Erhöhung des Anteils der Einnahmen aus der Ortstaxe an die Landesagentur IDM. Die Tourismusbetriebe des preisgünstigeren Segments bemängeln dagegen, dass der Steuersatz für die Luxus-Hotels im Verhältnis zu den dort verlangten Preisen viel zu niedrig ausfällt (auch wenn sie die Gemeinden auf bis fünf Euro anheben können).
Der nächste Absender eines offenen Briefes an Schuler ist eine der Standesvertretungen von diesen, nämlich der Verwaltungsrat der Belvita Leading Wellnesshotels Südtirol. Diesem gehören Obmann Paul Zimmerhofer (Alpine Luxury Spa Resort Schwarzenstein, Luttach), Vizeobmann Patrick Nestl (Spa & Relax Hotel Erika, Dorf Tirol), Rainhard Crazzolara (Dolomiti Wellness Hotel Fanes, St. Kassian), Marion De Carli (Das Gerstl Alpine Retreat, Mals), Heinrich Dorfer (Hotel Quellenhof, St. Martin), Marlene Dorfer Waldner (La Maiena Meran Resort, Marling), Klaus Ladurner (Preidlhof Luxury DolceVita Resort, Naturns), Johannes Margesin (Alpiana – green luxury Dolce Vita Hotel, Völlan) und Herbert Steger (Amonti & Lunaris Wellnessresort, Steinhaus) an. Also zum Teil große Kaliber der hiesigen Tourismuswirtschaft.
„Zunächst schicken wir voraus, dass wir die Erhöhung der Ortstaxe und die Verwendung dieser Mehreinnahmen, aber auch die aktuelle tourismuspolitische Entwicklung in Südtirol mit Sorge betrachten. Zwar hat sich der Tourismus seit dem pandemiebedingten Einschnitt wieder gut erholt, und es herrscht nun eine allgemeine Konjunktur im Alpenraum – wir führen das jedoch in erster Linie auf das enorme Engagement der vielen Unternehmerfamilien zurück, die ihre Betriebe mit Leidenschaft und Einsatz durch diese Zeit geführt haben und weiterführen. Was diesen Aspekt angeht, steht Südtirol sicherlich ziemlich einzigartig in Europa da“.
Ein bekannter Reflex: Die Tourismuswirtschaft stellt sich gegen Reglementierungen, speziell dann, wenn sie Mehrkosten für die Gäste bedeuten. Die müssen die Ortstaxe bekanntlich bezahlen, um damit touristische Einrichtungen vor Ort (und zum Teil das Destinationsmarketing der IDM) zu finanzieren.
Die Belvita-Hotels kritisieren außerdem, dass sich Land und Gemeinden immer mehr aus der Tourismusfinanzierung zurückzögen, um diese weitgehend der Branche selbst zu überlassen. Im Brief heißt es dazu: „Die Finanzierung zugunsten der IDM aus Einnahmen durch die Ortstaxe soll nun von 25 Prozent auf 30 Prozent erhöht werden. Hinzu kommen weitere 10 Prozent für abgestimmte territoriale Initiativen, die von den Tourismusorganisationen direkt an die IDM entrichtet werden müssen. Während ausgehend von einem Basistarif von 1,60 Euro/Nächtigung laut geltender Regelung 40 Cent aus der Ortstaxe an die IDM abgeführt werden, soll nach der geplanten Reform bei einem Basistarif von 2,50 Euro in Summe ein Euro Euro/Nächtigung an die IDM gezahlt werden. Das würde eine Steigerung von 150 Prozent bedeuten“.
Der Belvita-Vorstand verweist hier auf die vom Landtag auf Initiative des Team K beschlossene Neuausrichtung des IDM. Das Motto hier: Zuerst reformieren, dann über neue Mittel aus der Ortstaxe reden.
Kurz: „Als Verwaltungsrat der Belvita Leading Wellnesshotels Südtirol sprechen wir uns unter diesen Voraussetzungen entschieden gegen die geplante Reform der Ortstaxe und die Erhöhung der Finanzierung an die IDM aus“.
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