Tote Hose

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Rambazamba am Silvesterabend in Meran? Das war einmal. Heuer klappt die Kurstadt bereits am späten Nachmittag die Gehsteige hoch. Die Kritik bleibt nicht aus.
von Karin Gamper
Kein Feuerwerk, keine Lichterschow, keine Straßenparty: Ein solch tristes Silvester wie in diesem Jahr hat die Tourismusstadt Meran wohl selten erlebt.
Das Programm ist in der Tat mager. Die Kurverwaltung beendet ihr offizielles Bespaßungsprogramm in der Innenstadt um 17.00 Uhr. Warum? Das Geld ist knapp und die Gemeinde hat die Beiträge wegen der Energiekosten-Explosion gekürzt. Also hat man sich für eine Kurzversion und die Streichung sämtlicher Mitternachtseinlagen entschieden.
Auch die alternative Szene macht dicht. So hat der ost-west-Club seine Silvesterveranstaltung am Vereinssitz in der Passeirer Gasse kurzfristig gecancelt. „Wir konnten nicht genug Freiwillige finden, die uns bei der Arbeit als Türsteher, Kartlmacher und an der Bar unterstützt hätten“, lässt Leiter Thomas Kobler wissen.
Doch damit nicht genug. Nun haben sich auch noch die In-Lokale in der Partymeile obere Freiheitsstraße aus dem Silvestertrubel ausgeklinkt. Sie schließen allesamt bereits am späten Nachmittag ihre Türen. Nur das Rossini bleibt offen, allerdings ist der Zutritt nur mit Voranmeldung erlaubt.
„Um 18.00 Uhr machen wir dicht“, bestätigt Roberta Prantl von der angesagten Piccolo-Bar. Nachdem die Stadt nichts organisiere, werde „nicht das Publikum kommen, das wir gerne hätten“, erklärt Prantl. Welches Publikum meint sie? „Es werden vor allem Jugendliche hier sein und wir wollen nicht Babysitter spielen“, präzisiert die Barinhaberin. Sie spart nicht mit Kritik: „Sogar Lana organisiert ein Feuerwerk“, mault Prantl. Die am Silvesterabend tote Stadt gebe für Einheimische und Touristen kein gutes Bild ab. Das Tagesprogramm der Kurverwaltung sei zwar „super“, Silvester ende aber nun mal nicht um 17.00 Uhr. „Es gab eine Zeit, da war zum Jahreswechsel in Meran richtig viel los und es war ausgesprochen einladend bei uns zu feiern“, schwärmt Prantl. Davon sei in den letzten Jahren immer weniger zu bemerken gewesen.
Roberta Prantl fordert einen Runden Tisch, um zum Jahresausklang künftig wieder etwas Schwung in die Meraner Innenstadt zu bringen. „Kurverwaltung, Gemeinde, Handel, HGV und wir Barbetreiber sollten uns bereits im Juni zusammensetzen und gemeinsam Silvester planen“, sagt sie. Denn die Barinhaberin ist überzeugt: „Meran braucht wieder mehr Eleganz und Ideenreichtum.“
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