Der Borkenkäfer-Alarm
Franz Locher (SVP) ist besorgt: Das Borkenkäfer-Problem könne in Südtirol schnell außer Kontrolle geraten.
Franz Locher zeichnet ein düsteres Wald-Bild:
„Braune Flecken in Südtirols Wäldern, soweit das Auge reicht, besonders im Gadertal und Pustertal sind die Schäden durch den Borkenkäfer bereits massiv.
Dass die Massenvermehrung des Borkenkäfers anderweitig noch größere Ausmaße angenommen hat, zeigt sich am Beispiel von Nordrhein-Westfalen. Seit 2018 hat der Schädling eine Schadholzmenge von etwa 41 Millionen Festmetern auf einer Schadfläche von 135.000 Hektar verursacht, mehr als 55 Prozent des Fichtenvorrates gingen innerhalb von nur fünf Jahren verloren.“
Franz Locher ist angesichts dieser Zahlen beunruhigt:
„Das Beispiel zeigt, wie schnell das Problem außer Kontrolle geraten kann. Die Folgen für die Natur, aber auch für die Menschen sind gravierend“.
Im Gegensatz zu Nordrhein-Westfalen hat der Wald in Südtirol auch eine hohe Schutzwaldfunktion, die für Lawinen, Sturz- und Wildbachprozesse bei 58 Prozent liegt. „Umso mehr müssen wir endlich gezielt handeln, andernfalls gerät die Situation außer Kontrolle und bringt auch die Bevölkerung in Gefahr“, sagt Locher.
Bereits Mitte Oktober wird imLandtag ein Beschlussantrag von Erstunterzeichner Locher und den beiden Mitunterzeichnern Josef Noggler und Manfred Vallazza diskutiert werden, mit dem die Landesregierung aufgefordert wird, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Dazu gehören ein flächendeckendes Monitoring der Vermehrung des Borkenkäfers und dessen Veröffentlichung im Abstand von drei Monaten sowie der Einsatz einer Expertengruppe unter Beteiligung von Fachleuten aus den Nachbarländern, die das Monitoring überwachen, Empfehlungen für Maßnahmen aussprechen und auch einen Managementplan für Aufforstungsprogramme erarbeiten wird.
Warum auch Experten aus dem Ausland?
„Weil Erfahrungswerte bei der Borkenkäferproblematik eine große Rolle spielen, damit Fehler, die anderweitig vielleicht gemacht wurden, in Südtirol nicht passieren. Größere Sicherheit und kürzere Wege in der Entscheidungsfindung können nur von Vorteil sein“, ist sich Locher sicher.
In der ersten, für Oktober geplanten Anhörung, soll dann ein genauer Ist-Zustand der heimischen Situation aufgezeigt und damit die Grundlage für weitere Entscheidungen gelegt werden.
Genehmigt wurde auch die Präsenz von ausländischen Fachexperten bei einer weiteren Anhörung im November.
„Der Blick über den eigenen Tellerrand wird einer der entscheidenden Faktoren in der weiteren Vorgehensweise sein“, sagt der Vorsitzende des 2. Gesetzgebungsausschusses Franz Locher.
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