Der vierte Stich
Aufgrund der hohen Ansteckungszahlen und der derzeit stark kursierenden Varianten ist Italien den Empfehlungen des ECDC und der EMA gefolgt und ermöglicht nun die zweite Auffrischimpfung („Booster“) für alle Personen über 60.
Die zweite „Booster“-Dosis (Auffrischungsdosis, vierte Impfung) erfolgt nach einer Mindestzeit von 120 Tagen nach der Drittimpfung und ist für alle ab 60 bzw. für genau definierte Risikopatienten ab 12 Jahren gedacht.
Der Impfkoordinator Patrick Franzoni erklärt, warum die Altersgruppe nun ausgeweitet wurde:
„Derzeit sind weltweit viele Menschen infiziert, es gibt leider keine Sommerpause, auch aufgrund der neuen Varianten. Wir sehen, dass die vielen Infizierten immer weitere Menschen anstecken, darunter sind auch Personen, die aufgrund ihres Alters oder ihres Gesundheitszustandes Komplikationen entwickeln. Immer mehr vorwiegend ältere Menschen landen im Krankenhaus. Davor kann nur ein guter Impfschutz schützen, eine Impfung oder Infektion, die bereits länger als vier Monate her ist, hat besonders bei älteren Menschen eine geringere Schutzwirkung.“
Deshalb ist es gerade für Personen über 60 wichtig, den Impfschutz aufzufrischen – was nun möglich ist. Und Franzoni räumt deutlich mit der Mär auf, dass auf einen neuen Impfstoff im Herbst gewartet werden sollte: „Gerade jetzt brauchen vorwiegend älteren Menschen einen guten Schutz, der sofort durch die Impfung gegeben ist.“
Auch Generaldirektor Florian Zerzer begrüßt diese Entscheidung, denn die Zahlen sprechen eine klare Sprache:
„Jeden Tag sehen wir, dass wir mehr Infizierte haben, dass die Belegung der Betten in den Krankenhäusern durch Coronapatienten zunimmt, wir wieder an die Grenzen stoßen und andere Leistungen reduziert werden müssen. Vorrangig handelt es sich um ältere Menschen, die aufgenommen werden müssen. Sie können jetzt bereits ab 60 einen zusätzlichen Schutz erhalten.“
Noch einmal zusammengefasst:
Die Möglichkeit der zweiten Auffrischimpfung (Viertimpfung) gilt für alle Personen über 60, deren Impfung oder auch letzte Corona-Infektion länger als 120 Tage her ist sowie für sog. „ultrafragile“ Menschen, d.h., Risikopatientinnen und -patienten ab 12 Jahren.
Aufgefrischt werden die Impfungen mit den Impfstoffen von Pfizer oder Moderna.
In den Impfzentren können Impftermine vorgemerkt werden, und zwar online ab Mittwoch, 13. Juli 09:00 Uhr unter https://sanibook.sabes.it/. Einige Hausärzte/Apotheken impfen ebenso.
Wie bisher, dürfen in den Apotheken nur Personen, die keine Medikamente einnehmen bzw. keine Vorerkrankungen haben, geimpft werden.
Alle Impftermine sind auf der Webseite des Südtiroler Sanitätsbetriebes unter folgendem Link ersichtlich: https://www.coronaschutzimpfung.it/de/impftermine/alle-impftermine
Kommentare (18)
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