„Rückgrat unseres Landes“
Warum sich F-Chef Andreas Leiter Reber entschieden gegen eine Betten-Obergrenze für Urlaub-auf-den-Bauernhof-Betriebe ausspricht.
Der Landtag entscheidet am Montag, ob im Tourismus eine Betten-Obergrenze eingeführt wird. Freiheitlichen-Obmann Andreas Leiter Reber kritisiert, dass es das Land bislang verabsäumt hat, verlässliche Daten zur aktuellen Bettenzahl vorzulegen: „Derzeit unterscheidet sich die Bettenzahl laut Lizenz, Astat-Meldung und realer Kapazität samt Zustellbett. Solange wir also noch nicht einmal wissen, wie viele Gäste die Betriebe bisher unterbringen konnten, kann man auch keine nachvollziehbaren Obergrenzen oder Verteilungsschlüssel einführen.“
Der Blaue fordert, die Reform auszusetzen, bis konkrete Zahlen vorliegen. Außerdem bedauert er, dass beim Tourismusentwicklungsplan allein die Obergrenze im Vordergrund stehe. Spannender wäre die Frage, ob angesichts knapper Flächen die Errichtung weitläufiger Luxus-Chalets und Wasserlandschaften vertretbar sei, die Personalpolitik samt fragwürdiger Arbeitslosengelder-Praxis beibehalten werden sollte, oder ob es keine wirtschaftlichen Alternativen zur ständigen Erweiterung gebe.
Dass die Landesregierung auch die kleinen Hotels, die vielen Privatzimmervermieter, UaB-Betriebe und die kleinen Garnis durch eine Obergrenze einschränken will, zeige, wie weit sie sich von der Bevölkerung entfernt habe. „Das sind keine Bettenhochburgen, die mit ihren Wellnesstempeln und Sportanlagen ganze Ortsbilder auffressen, sondern meist kleine, authentische Familienbetriebe, die kaum Personal benötigen, wenig Ressourcen verbrauchen und von Einheimischen und Gästen auch völlig akzeptiert und begrüßt werden“, so Leiter Reber, der gegen eine allgemeine und undifferenzierte Bettenobergrenze ist:
„Es ist sozial untragbar, dass man diesen kleinteiligen Tourismus, von dem sehr viele Familien leben, jetzt und für künftige Generationen einschränken will und ihn auf eine Stufe mit den von Gesellschaften und Holdings verwalteten Mega-Hotels stellen will. Diese kleinen und mittleren Familienbetriebe sind das Rückgrat und das freundliche und authentische Gesicht unseres Landes. Sie benötigen wenig oder gar kein Personal und ihre Gäste sind es, von denen unsere Almen, die Ortszentren, Geschäfte und Feuerwehrfeste leben. Der in seinem Ressort 24 Stunden rundum betreute Gast verirrt sich nur selten in die örtliche Pizzeria“, so der Freiheitliche Landwirt. (mat)
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