Thommys Freunde
Eine „ff“-Umfrage zum Verbleib Thomas Widmanns in der Landesregierung wurde manipuliert. Die Spuren führen in eine bekannte Anwaltskanzlei – und zu einem Unternehmer und engen Widmann-Freund.
von Artur Oberhofer
Das Ergebnis der wöchentlichen Online-Umfrage der „ff“ überraschte:
76 Prozent der Befragten sprachen sich vergangene Woche dafür aus, dass Thomas Widmann, einer der Hauptakteure des „Freunde im Edelweiß“-Skandals, Gesundheits-Landesrat bleiben solle.
Nur 24 Prozent meinten, Widmann solle bzw. müsse gehen.
Das spektakuläre Ergebnis machte auch die Magazin-Macher stutzig.
Denn erstens lag zu Beginn der Umfrage das Nein weit vorne, das heißt, der Großteil der Umfrage-Teilnehmer – über 70 Prozent – sprach sich gegen einen Verbleib Thomas Widmanns in der Landesregierung aus. Plötzlich aber schnellten die Ja-Werte in die Höhe, am Ende waren mehr drei Viertel der Umfrageteilnehmer für den Verbleib Thomas Widmanns im Kabinett Kompatscher.
Ein Mitglied der „ff“-Redaktion bestätigte diese wundersame Vermehrung der Ja-Stimmen gegenüber der TAGESZEITUNG:
„Es fiel auf, dass von einigen wenigen IP-Adressen aus plötzlich im 8-Sekunden-Rhythmus Ja-Stimmen getaktet wurden.“
In der Zwischenzeit steht fest: Die „ff“-Onlineumfrage wurde getürkt.
Und es gibt jetzt sogar einen konkreten Verdacht, wer für die Manipulation (mit-)verantwortlich ist.
Die Fakten: In der Regel nehmen an den Onlineumfragen des Südtiroler Wochenmagazins zwischen 150 und 350 Personen teil. Im Fall der Widmann-Umfrage waren es – wie die „ff“ auf Anfrage bestätigte – rund 7.200.
Der Beweis, dass die Umfrage künstlich gedreht wurde:
Von den insgesamt 5.500 Ja-Stimmen kamen über 4.000 von nur zehn IP-Adressen.
Ein IT-Techniker sagt zur TAGESZEITUNG: „Damit ist klar, dass die Umfrage in eine bestimmte Richtung gelenkt worden ist.“
LESEN SIE AM DONNERSTAG IN DER PRINT-AUSGABE:
- Aus welcher Anwaltskanzlei die Pro-Widmann-Stimmen kamen
- Und aus welchem Unternehmen Stimmung für den Noch-Landesrat gemacht wurde.
Kommentare (85)
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