„Achammer hat mich erpresst“
Der Wirtschaftsprüfer Heinz Peter Hager erhob auf einer Pressekonferenz schwere Vorwürfe gegen SVP-Chef Philipp Achammer.
Heinz Peter Hager hat am Dienstag zu einer Pressekonferenz zum Thema „Wahlkampfspenden 2018″ geladen.
Und um 10.58 Uhr zündete der Bozner Wirtschaftsprüfer und Signa-Statthalter die politische Bombe: „Philipp Achammer hat mich erpresst.“
Hager erklärte vor einer großen Journalistenschar, dass SVP-Chef Philipp Achammer ihn im Sommer 2021 um einen Termin gebeten habe.
Am 29. Juli um 14.00 Uhr sei es im Büro Hagers zu dem Treffen zwischen ihm und Achammer gekommen, sagte Hager.
Hager auf der PK:
„Ich wusste nicht, warum mich der SVP-Obmann treffen wollte. Er sagte dann, er wisse, dass zwei Journalisten, Christoph Franceschini und Artur Oberhofer, ein Buch über den SAD-Skandal schreiben wollten.
Achammer sagte, man müsse alles tun, um das Erscheinen dieses Buches zu verhindern, weil dieses Buch einen großen Schaden für die SVP anrichten würde. Der SVP-Obmann sagte weiters: Ich solle wissen, dass – wenn dieses Buch erscheint – auch die Sache mit den Wahlspenden 2018 ans Tageslicht käme, diese Sache könnte mir und dem Landeshauptmann schaden.
Ich sagte zu Achammer, dass ich von dem Buch nichts weiß, dass ich mich informieren würde, da ich beide Journalisten gut kenne, so wie ich auch viele andere Journalisten kenne.
Ich habe mich dann informiert.
Am 2. September um 10.00 Uhr kam es zu einem weiteren Treffen zwischen mir und Achammer, wiederum in meinem Studio.
Ich habe ihm dann gesagt, dass das Buch erscheinen werde. Und ich habe ihm auch gesagt, dass ich bezüglich der Wahlspenden kein Problem habe, weil ich seit 2003 für die SVP – also seit der Zeit Luis Durnwalders – spende und nichts zu verbergen habe.“
Für Heinz Peter Hager ist es kein Zufall, dass die Geschichte über die SVP-Spenden drei Tage vor dem Erscheinen des Enthüllungsbuches „Freunde im Edelweiß“ veröffentlich worden ist.
„Das war gezielt getimt, man wollte vom wahren Skandal, man wollte vom SAD-Skandal ablenken“, so Hager, der anschließend dem Wochenmagazin „ff“ vorwarf, in dieser Sache missbraucht worden zu sein.
„Ich bin euch als Zeitung nicht einmal böse, denn man hat euch vor einen politischen Karren gespannt“, sagte Hager zu „ff“-Herausgeberin Verena Plieger, die selbst bei der Pressekonferenz anwesend war.
Als Beleg dafür, dass „die ,ff‘ in dieser Sache benutzt“ worden sei, nannte Hager den Umstand, dass die von dem Wochenmagazin veröffentlichte Liste der SVP-Spender getürkt gewesen sei, weil unvollständig.
So scheint in der von der „ff“ (und später sogar vom „Spiegel“) veröffentlichten Liste der edlen SVP-Spender beispielsweise der Name von Heiner Oberrauch nicht auf.
Auf der PK war zunächst auch der Name Thomas Rizzolli gefallen.
Rizzolli sagt gegenüber TAGESZEITUNG Online:
„Weder ich, Thomas Rizzolli, noch eine meiner Firmen oder eines meiner Familienmitglieder hat anlässlich des Landtagswahlkampfes eine Spende an die SVP oder an einzelne Kandidaten geleistet. Wieder einmal verbreitet Heinz Peter Hager Lügen, um von sich selbst und von seinem Naheverhältnis zu gewissen SVP-Politikern abzulenken.“
Weitere Details zur Hager-PK später in einem Video und am Mittwoch in der Print-Ausgabe.
Kommentare (60)
Lesen Sie die Netiquette und die Nutzerbedingungen
Du musst dich EINLOGGEN um die Kommentare zu lesen.