Im Hungerstreik
Aus Protest gegen die Corona-Regeln ist Heinrich Sanoll aus Kurtatsch auf dem Dorfplatz in den Hungerstreik getreten. Er will damit für seine Rechte als Mensch eintreten.
von Lisi Lang
Die Nachricht verbreitete sich am Sonntag recht schnell – kein Wunder, immerhin lautete die erste Zeile der Mitteilung: „Bitte weiterleiten“. Dann folgte eine kurze Nachricht, eine Erklärung mit einem Bild:
„Heinrich Sanoll, Jahrgang 1965, Tischlermeister aus Kurtatsch (BZ) tretet ab heute 13.02.2022 in den Hungerstreik um für seine Rechte als Mensch und gegen Unrecht und Willkür zu protestieren die ihn aufgrund seines Status und der Coronaverordnungen diskriminieren.“
Am Montag war der Tischlermeister noch am Dorfplatz in Kurtatsch anzutreffen und dort will der 57-Jährige vorerst auch bleiben. „Ich ziehe es so lange durch, wie ich kann“, stellt Heinrich Sanoll klar. Er wolle diesen Hungerstreik jetzt durchziehen, nur Tee oder Wasser zu sich nehmen und für alle sichtbar auf dem Dorfplatz sitzen bleiben – auch nachts. „Ich bleibe Tag und Nacht hier im Freien“, unterstreicht Heinrich Sanoll.
Auf seine Gründe für den Hungerstreik angesprochen, verweist der Tischlermeister auf sein Schild. „Wenn man nicht mehr arbeiten darf, nirgends mehr hinein kann und aus dem sozialen Umfeld komplett ausgeschlossen wird, obwohl man ein normaler Bürger ist, der Kinder und einen Betrieb hat und Steuern zahlt, dann ist das einfach nur traurig“, meint Sanoll.
Immer wieder wurde zuletzt gegen die Corona-Auflagen auf lokaler und nationaler Ebene demonstriert, auch die Verschärfung der Regeln für die Ü-50-Jährigen hat viele Gegner auf den Plan gerufen. Auch den Tischlermeister aus Kurtatsch betrifft diese Regelverschärfung – ist er deswegen in den Hungerstreik getreten? „Ich habe mich nie getestet und bin nicht geimpft – das ist meine Entscheidung, meine persönliche Entscheidung! Ich habe mein ganzes Leben lang entschieden, was ich tun will – und wenn ich eine Regel gebrochen habe, dann habe ich dafür eine Strafe bekommen – aber das war meine Strafe“, unterstreicht Heinrich Sanoll.
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