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Alte Zeit

Eigentlich sollte die Zeitumstellung längst abgeschafft sein, dennoch werden in der Nacht auf Sonntag erneut die Uhren umgestellt. Und das dürfte auch noch länger so bleiben.

von Lisi Lang

In der Nacht auf Sonntag werden wieder die Uhren um eine Stunde zurückgestellt – und das obwohl die Zeitumstellung in der EU längst abgeschafft sein sollte. Nach der EU-weiten Online-Befragung der rund 4,6 Millionen Bürger im Jahr 2018 sollte das Ende der Zeitumstellung eigentlich schnell kommen – immerhin stimmten im Rahmen dieser Befragung rund 84 Prozent für die Abschaffung der Zeitumstellung.

Die ersten Schritte sind dann auch direkt im Anschluss an diese Abstimmung erfolgt, noch im März 2019 hat das Europäische Parlament für die Abschaffung der Umstellung zwischen Winter- und Sommerzeit gestimmt.

Herbert Dorfmann

Doch es gibt sie immer noch. „Ich habe den Eindruck, dass dieses Thema ziemlich eingeschlafen ist“, sagt EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann. Das EU-Parlament habe zwar für die Abschaffung der Zeitumstellung gestimmt, bis heute konnten sich die Mitgliedsstaaten aber noch nicht auf eine einheitliche Regelung bzw. einheitliche Zeitblöcke einigen. „Es wurde entschieden, dass Zeitblöcke in Europa garantiert bleiben müssen, damit nicht jedes Land eine eigene Entscheidung trifft und jedes Land eine andere Zeit hat“, erinnert Herbert Dorfmann. Schließlich habe man auch aktuell eine ost-, eine mittel- und eine westeuropäische Zeit. „Es kann nämlich nicht sein, dass Italien eine andere Zeit hat als Österreich oder Deutschland – das würde zu einem totalen Chaos führen“, sagt der EU-Parlamentarier und denkt beispielsweise an Fahrpläne oder andere Bereiche.

Aber auf eine einheitliche Lösung konnten sich die EU-Länder bislang noch nicht einigen. Es hat zwar verschiedene Vorschläge gegeben, zuletzt ist es aber sehr ruhig um dieses Thema geworden. Und daran wird sich so schnell auch nichts ändern, vermutet Herbert Dorfmann.

Der EU-Parlamentarier rechnet nicht damit, dass die Zeitumstellung in naher Zukunft abgeschafft wird. Auch steht er persönlich dieser Entscheidung nach wie vor skeptisch gegenüber: „Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die meisten Bürger in Europa nichts gegen diese Zeitumstellung haben, sondern ganz zufrieden mit dieser Regelung sind“, sagt Dorfmann. Dieses Thema sei in Deutschland und Österreich sehr intensiv diskutiert worden, aber selbst im Parlament, erinnert sich Dorfmann, hätten viele den Sinn dieser Abschaffung nicht verstanden.

In den letzten Jahrenhabe es für die Politik aber auch weitaus wichtigere Themen gegeben, als die Zeitumstellung, sagt Dorfmann. „Und soweit ich weiß, gibt es momentan auch keine besonderen Bemühungen der Mitgliedsstaaten, sich auf Zeitblöcke zu einigen“.

Für die Bürger bedeutet das, dass sie am Wochenende erneut die Uhren umstellen und voraussichtlich auch in Zukunft zweimal im Jahr an den Uhren drehen müssen.

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