„Lasse mich nicht verarschen“
Josef Unterholzner hat Thomas Widmann einen geharnischten Brief zukommen lassen. Die Mitarbeiter des Landesrats sind beim Durchlesen auf 15 Rechtschreibfehler gestoßen.
Josef Unterholzner macht kein Geheimnis daraus, dass er mit der Corona-Politik des Landes nichts anfangen kann: Die Impfung sei der falsche Weg, die Geimpften seien genauso ansteckend wie die Ungeimpften, behauptete der Enzian-Abgeordnete bei der Corona-Debatte im Landtag. Als Beispiel nannte er „Impfweltmeister“ Israel, der eine hohe Hospitalisierungsrate aufweise. Im Ultental gebe es hingegen nur wenig Geimpfte und daher auch wenig Hospitalisierungen.
Unterholzner schlägt Thomas Widmann die Einrichtung eines Runden Tisches vor. Zwei Experten sollten vom Landesrat Thomas Widmann benannt werden, zwei Sachverständige würde er, Unterholzner, vorschlagen. Widmann und Unterholzner würden diesen Experten dann je fünf Fragen vorlegen. „Das Gespräch der Experten wird filmisch festgehalten und ungeschnitten ins Netz gestellt“, so Unterholzners Vorschlag. Das, so meint er, „wäre echte Information, ohne vorgehaltene Hand und ohne Beleidigungen“.
Widmann machte in seiner Replik deutlich, dass er Unterholzner als Unternehmer und Sportler zwar schätze, beim Impfen aber diametral andere Ansichten habe. Es sei schlichtweg falsch zu behaupten, dass Geimpfte und Ungeimpfte gleich infektiös seien. Dies gehe deutlich aus den wissenschaftlichen Studien hervor. Was den Anteil der Geimpften in den Krankenhäusern betreffe, betonte der SVP-Politiker, dass dieser auch von der Impfrate abhänge: Wenn 99 Prozent der Menschen geimpft seien, sei deren Anteil dementsprechend höher, denn die Impfung schütze nicht zu hundert Prozent – das habe auch nie jemand behauptet.
Verwundert zeigt man sich im Sanitätsressort über ein Schreiben, das Unterholzner dem Landesrat am Montag zugeschickt hat. Darin beklagte der Enzian-Politiker, dass seine Landtagsanfragen nur unvollständig beantwortet worden seien. Er lasse sich „nicht verarschen“ und halte sich „weitere Schritte vor“, unterstrich der Oppositionspolitiker. Bemerkenswert: Im Widmann-Ressort und in der Führung des Sanitätsbetriebs ist man beim Durchlesen des einseitigen Schreibens auf sage und schreibe 15 Grammatik- und Rechtschreibfehler gestoßen, unter anderem auch beim Parteinamen („für’s Volk statt fürs Volk), und hat diese mit einem roten Stift kenntlich gemacht. Die TAGESZEITUNG druckt den Brief samt Korrekturen ab. (mat)
Kommentare (128)
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