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Der Zorn der Eltern

Das Camp in Caorle (Foto: Caritas)

Die Mutter von zwei „Caorle-Kindern“ kritisiert die Kommunikation der Caritas scharf. Ihr Sohn hat vier Tage lang mit einem Positiven im selben Zimmer geschlafen.

„Wir hatten zwei Kinder in der Kolonie in Caorle. Als am vergangenen Freitag das erste Kind positiv getestet wurde, wurden wir von der Caritas nicht informiert.

Wir haben von dem positiven Testergebnis nur erfahren, weil unsere Kinder ein Handy mit hatten. Sonst hätten wir gar nichts erfahren.

Ich kann nicht verstehen, warum man nach den ersten Fällen die Positiven nicht sofort heimgeschickt und warum man nicht gleich alle Kinder getestet hat. Jetzt riskiert man, dass wir 90 oder 100 Fälle haben!

Das Corona-Management der Caritas war sehr, sehr schlecht. Mir ist bewusst, dass man Jugendliche in diesem Alter nicht voneinander fernhalten kann. Gerade deswegen wäre es seitens der Caritas gut und richtig gewesen, wenn man sofort gehandelt hätte.

Nur ein Beispiel: Mein Bub hat vier Tage lang mit einem Positiven im selben Zimmer geschlafen!

Ich hoffe, dass meine Buben nicht positiv sind, weil sie vor einem halben Jahr Corona hatten.

Die Kommunikation war, mit Verlaub, totale Sch…, und damit meine ich nicht die Betreuer, die sich wahrlich den Hintern aufgerissen haben, sondern die Caritas-Leitung in Bozen.

Wir haben offiziell erst gestern (am Mittwoch, Anm. d. R.) um 10.00 Uhr erfahren, welche Kinder positiv getestet worden sind. Viele Eltern hatten deswegen keine Zeit, sich zu organisieren. Die Betroffenen müssen sich ja daheim organisieren, sie müssen sich mit dem Arbeitgeber absprechen. Durch die Nicht-Kommunikation der Caritas war das nicht möglich.

Ich persönlich hatte den Jahresausflug für die gesamte Familie übernächste Woche gebucht. Meine beiden Kinder, die in Caorle waren, können jetzt nicht mitkommen.

Hätte man mich sofort informiert, hätte ich die Kinder am Freitag in Caorle abgeholt und sie sofort in Quarantäne gegeben. Dann wäre es sich mit dem gemeinsamen Familienurlaub noch ausgegangen.

Ich habe das große Glück, dass mein Bruder jetzt die Kinder zu sich heim nimmt, weil er ein großes Haus mit Garten hat.

Ich denke aber an die vielen anderen Eltern, die nicht diese Möglichkeiten haben. Die werden ihre Kinder in einem Zimmer einsperren müssen. Oder ich denke an die Eltern der jüngeren Kinder, die in Caorle waren, die sind 7 oder 8 Jahre alt, die kann man nicht zehn Tage in einem Wohnzimmer einsperren. Hinzu kommt: Einige Eltern, die ihre Kinder nach Caorle geschickt haben, sind selbst in Urlaub und müssen jetzt zurück.

Ich denke, dass dieses Chaos durch eine bessere und vor allem durch eine schnellere Kommunikation vermeidbar gewesen wäre. Jetzt befürchte ich, dass schlussendlich 100 Kinder positiv sein werden – und dass wir in zwei Wochen 1.000 neue Fälle in Südtirol haben werden.“(arob)

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (34)

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