„Bin sehr verärgert“
Feiern in Meran nach dem Sieg der Italiener: Die Kurpräsidentin Ingrid Hofer kritisiert die Fußball-EM und die Fans scharf.
von Karin Gamper
Am Tag nach dem Einzug der italienischen Fußballmannschaft ins EM-Finale kann Ingrid Hofer ihre Wut nicht mehr verbergen. Der Zorn der Meraner Kurpräsidentin richtet sich dabei nicht gegen den durchaus verdienten Triumph der Azzurri über die Spanier, sondern auf die aktuell laufenden EM-Spiele im Allgemeinen und die feiernden Fans im Besonderen. Denn wie in den vergangenen Tagen und Wochen unschwer zu erkennen war, werden Corona-Sicherheitsregeln wie Abstand oder Maske im Sieges- und Jubeltaumel häufig über Bord geworfen.
„Jetzt, wo die Wirtschaft endlich wieder startet, wird erneut alles aufs Spiel gesetzt und wir sollen das dann alles wieder ausbaden“, schimpft die Hotelierin. Sie sei „sehr verärgert“: Die gesamten EM-Spiele und das Rundherum seien ein „Widerspruch“ zu allem, was ansonsten derzeit gelte. Der Tourismus müsse unter strengen Sicherheitsvorkehrungen arbeiten, mit Maske und Corona-Pässen, und die Fans würden dann in Massen ohne Masken durch die Städte ziehen oder die Stadien füllen. „Ob getestet und geimpft, sei dahingestellt“, schimpft sie.
Einwand: Und was ist mit den Touristen, die es mit Abstand und Maske auch nicht immer ganz ernst nehmen? Ingrid Hofer: „Das sind Ausnahmen, wir stellen in den Betrieben sicher, dass alles regulär abläuft, und unsere Gäste kommen mit Pass und Maske ans Buffet“.
Insgesamt sieht Ingrid Hofer schwarz für den Herbst: „Wenn das mit der Delta-Variante so weitergeht, habe ich größte Bedenken und die Fußballeuropameisterschaft unter solchen Bedingungen war auf jeden Fall kontraproduktiv. Ich kann nur hoffen, dass sich jetzt noch möglichst viele impfen lassen“.
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