Die Anklage
Die Staatsanwaltschaft hat zum Rodelunfall am Rittner Horn Anklage gegen Lift-Präsident Siegfried Wolfsgruber erhoben.
von Thomas Vikoler
Es geht auch um Fahrgäste und den Tatverdacht der fahrlässigen Tötung, aber es ist ein wesentlich anderer Fall als jener von Stresa. Gemeint ist die Ermittlung der Staatsanwaltschaft Bozen zum Rodelunfall, der sich am 4. Jänner 2019 am Rittner Horn ereignete. Die 38-jährige Touristin Renata Dyakowska und ihre achtjährige Tochter Emily Formisano waren trotz Warnschildern über eine schwarze Skipiste mit einer geliehenen Rodel abgefahren und prallten gegen einen Baum. Das Mädchen verstarb an der Unfallstelle, die Mutter 40 Tage später im Krankenhaus.
Nun hat die Staatsanwaltschaft Bozen, die ursprünglich den Fall archivieren wollte (es folgten vom Richter angeordnete weitere Ermittlungen), Anklage gegen Siegfried Wolfsgruber, dem Präsidenten der Rittner Liftgesellschaft erhoben. Er muss sich bei der Vorverhandlung am Landesgericht am 8. September als einziger verantworten. Das Verfahren gegen den Vater und Ehemann der Verstorbenen war eingestellt worden, nachdem dieser bezeugen konnte, seine Frau vor einer Abfahrt gewarnt zu haben.
Wolfsgruber, der von den Anwälten Paride D’ Abbiero und Andreas Aghetle vertreten wird, wirft die Staatsanwaltschaft u.a. vor, für keine klare Abgrenzung zwischen Rodelbahn und Skipiste gesorgt und die Skipiste am Unfallort nicht ausreichend abgesichert zu haben.
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