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„Unerträgliche Zahlen“

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In Deutschland sind im Corona-Jahr 2020 die Fälle von Gewalt und sexueller Gewalt gegen Kinder drastisch gestiegen.

Die „Bild“-Zeitung machte ihre Online-Ausgabe am Mittwoch mit der Schock-Meldung auf: „Die schlimmsten Erwartungen sind eingetreten.“

Die Zahl der erfassten Fälle von Gewalt und sexueller Gewalt gegen Kinder sei im Corona-Jahr 2020 drastisch gestiegen, so die Zeitung.

Der Hintergrund:

Am Mittwoch haben der Bundesbeaufragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauch, Johannes-Wilhelm Rörig und BKA-Chef Holger Münch die aktuellen Zahlen vorgelegt – und die sind erschreckend.

▶152 Kinder wurden voriges Jahr in Deutschland Opfer eines vollendeten Tötungsdeliktes, 79 vorsätzliche und 73 fahrlässige Tötungen. 115 Kinder waren jünger als 6 Jahre!

▶︎ 4497 Kinder (plus 11 Prozent) wurden misshandelt.

▶︎ 16.921 Kinder wurden Opfer von sexueller Gewalt: 6 Prozent mehr Opfer als noch im Jahr 2019.

Die Zahl der Opfer Vergewaltigungen und Nötigungen bleib konstant bei 235.

Und das sei nur das „Hellfeld“ der Delikte, sagte Münch. Er warnte, dass die Erfassung nicht genau war und die Dunkelziffer viel höher sein könnte.

Am stärksten – um sage und schreibe 53 Prozent! – sind die Zahlen zu Herstellung, Besitz und Verbreitung von Pornografie gestiegen: 18 722 Fälle

„Die überwiegende Anzahl der Straftaten gegen Kinder entstehen in der privaten Umgebung, und sie bedeuten lebenslange psychische Folgen für die Kinder“, sagte Münch immer laut „Bild“-Zeitung.

Johannes-Wilhelm Rörig nannte die Zahlen „unerträglich“.

Hinter den Zahlen stehe „zehntausendfaches Leid“ von betroffenen Kindern und Jugendlichen, „unbeschreiblicher Schmerz, Ekel, Angst und Ohnmacht“. Wobei die Kriminalstatistik  nur einen Bruchteil des Leids zeige, so der Bundesbeauftragte.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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