Der Ander & die Greta
Der Rap von Schützen-Chef Jürgen Wirth Anderlan sorgt für kontroverse Diskussionen. Doch ist der Text wirklich rassistisch, homophob, sexistisch und weiß Gott was?
Er hat, wenn das so beabsichtigt war, einen PR-Coup gelandet!
Denn hätten die Schützen eine Pressemitteilung versandt, hätte es bestimmt nicht diese Reaktionen gegeben.
Das Rezept war einfach und billig:
Jürgen Wirth Anderlan hat das (für viele ewiggestrige) Gedankengut der Federhutträger in einen Rap verpackt – und insbesondere im linken Spektrum ist der Aufschrei groß.
Auch in den eigenen Reihen kommt es nicht überall gut, dass der LK ausgerechnet dem verruchtesten Musik-Genre, dem Deutsch-Rap, frönt.
Doch ist der Text, den Jürgen Wirth Anderlan, möglicherweise leicht beschwipst, im finsteren Keller „singt“, wirklich sexistisch, rassistisch oder homophob, wie ihm beispielsweise von den Jungen Grünen vorgeworfen wird?
Oder haben gewisse Kräfte in der Eile des Gefechts – und den Text gar nicht kennend – überreagiert und sind dem Schützen-Chef, der gern mit seinem Rocker- und gesellschaftlichem Borderline-Image kokettiert, einfach nur auf den Leim gegangen?
Damit sich die Menschen in Südtirol selbst eine Meinung bilden können, druckt TAGESZEITUNG Online jetzt den vollständigen Text des umstrittenen Songs ab.
Das ist der Wortlaut:
„Die Tiroler Luft im Vergleich zu andern Ländern
leckerer Geschmack, sogar im November
An der rechten Hand unsere weiß-roten Bänder
Wir sind die, die Unrechtsbeender
Früher hatten in Tirol die Menschen noch Vision
Heute leben wir im Süden in der falschen Nation
Umgeben von Lügnern, mein Nachbar ein Spion
Und ich mitten drin, der daitsche Coglion
Sie werden immer mehr diese Heimatverräter
Nicht mal Respekt vor ihren eigenen Vätern
Sie kennen nicht den Ander, dafür die Greta
Im Park vor meinem Haus liebt der Dieter den Peter
DNA DES SSB
DIE DNA DES SSB
JA MANCHMAL TUT‘S GUT UND MANCHMAL TUT‘S WEH
HEY MAMMA TIROL MAG SEPP UND JASMIN
DER GLAUBE AN DIE FREIHEIT IST UNSER BENZIN
DNA DES SSB
Wir sind nicht die Hetzer oder rechten Rassisten
Wir sind nicht intim mit linken Populisten
Wir hassen sie alle die Neofaschisten
Wir sind Tiroler, Demokraten und Christen
Wir lieben unsere Heimat, wer kann das nicht verstehen
Stolz und Respekt, wo liegt das Problem
Zu Hause nur rum liegen und einfach wegsehen
Es braucht auch die Menschen die voraus gehen
Dem einen oder andern sind wir unbequem
Die Fresse halten, es gibt kein Problem
Sie passen sich an diesem maroden System
Die Brieftasche ist voll und meine Frau ist schön.
Coolnessmäßig platzt das Land aus allen Nähten
Aber wo sind die Typen die unsre Werte noch vertreten
Migranten, Studenten und viele Propheten
Vergessen ihre Wurzln und retten Planeten
100 Jahre ein Kampf für unsre Kultur
100 Jahre verteidigt unsre deutsche Struktur
100 Jahre behandelt wie ne billige Hur
Und trotzdem stehn wir da und singen auf zum Schwur
Mit dem Mut und dem Willen sich nie zu ergeben
Es ist das Versprechen mit Haltung zu leben
Es braucht auch Taten nicht nur schöne Reden
Wir werden es schaffen mit Gottes Segen.“
Die Diskussion ist eröffnet …
Kommentare (60)
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