„Beleidigendes Video“
Die Frauenrechtlerin Ulrike Oberhammer meint in Richtung Schützen: „Mander, es ist Zeit damit aufzuhören!“
Ulrike Oberhammer ist empört: „Ein außergewöhnlich schwieriges Jahr geht mit einem beleidigenden Musikvideo des Südtiroler Schützenbundes zu Ende.“
Der Südtiroler Schützenbund habe zum Jahresende einen Deutschrap mit passendem Musikvideo veröffentlicht, in welchem Frauen als „billige Hur“, die „zu Hause nur Rumliegen“ beschimpft und somit mit vorwiegend negativen Aspekten in Verbindung gebracht werden, so die Präsidentin des Beirates für Chancengleichheit.
Im Video, welches einen Männerkult produziere, seien Frauen lediglich schmückendes Beiwerk, somit würden die traditionellen Geschlechterhierarchien gepflegt.
Ulrike Oberhammer schreibt weiter:
„Dass in Raptexten mit Frauen oft respektlos umgegangen wird, ist bekannt. Das Verharmlosen von sexistischen Texten und Videos muss aber aufhören und kann keinesfalls mit ,Ausdrucks- oder Kunstfreiheit‘ gerechtfertigt werden.
Durch das Video der Südtiroler Schützen wird der Frauenhass in Text und Bild alltäglich gemacht. Dies muss unterbunden werden. Deshalb bedarf es auch in Südtiroler einer Sexismus-Debatte in Musiktexten und –videos. Und dies erst recht in einem Jahr, welches vor allem von Frauen große Opfer verlangt hat.
Neben der Arbeit und dem Haushalt waren geschlossene Kindergärten und Schulen eine große Herausforderung.
Auch für die vielen Frauen, die in systemrelevanten Berufen arbeiten und die auch heute noch täglich gegen das Coronavirus ankämpfen, welches unser aller Leben in einem vorher unvorstellbarem Maß geändert hat, ist dieses Video wie ein Schlag ins Gesicht. Sie haben den Laden am Laufen gehalten und leisten täglich Unglaubliches. Von ,Rumsitzen‘ kann also gar keine Rede sein.
Die Veröffentlichung dieses Videos zum Jahresende, welches auch von zahlreichen Feminiziden und zunehmender Gewalt gegen Frauen gekennzeichnet war und nur zwei Tage, nachdem in der Nachbarprovinz eine junge Frau Agitu Ideo Gudeta grausamst ermordet wurde, zeugt von fehlendem Respekt gegenüber den Frauen, die Opfer von Gewalt wurden, ihren Kindern, Familien und Freundinnen und Freunden sowie den Frauen im Allgemeinen.
Wenn wir Gewalt gegen Frauen effektiv bekämpfen wollen, ist es höchste Zeit gehörte Gewalt gegen Frauen nicht weiter hinzunehmen.
Der Landesbeirat für Chancengleichheit ruft deshalb die Gesellschaft dazu auf Gewalt gegen Frauen in Musiktexten und –videos nicht mehr zu tolerieren, diese Lieder nicht zu hören und diese keinesfalls zu verbreiten und/oder in den sozialen Medien zu posten. Denn Gewalt gegen Frauen geht uns alle an!“
Kommentare (18)
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