„Der Impfstoff ist sicher“
Der Bozner Dermatologie-Primar Klaus Eisendle lässt sich gegen Covid-19 impfen – und ist von der Güte des BioNtech-Pfizer-Impfstoffes überzeugt.
TAGESZEITUNG Online: Herr Primar, lassen Sie sich gegen Covid-19 impfen?
Klaus Eisendle: Ich lasse mich sicher impfen. Und an unserer Abteilung haben sich mehr als 90 Prozent der Ärzte zur Impfung angemeldet.
Sie haben keine Bedenken gegen den Impfstoff?
Der Impfstoff von Pfizer und BioNtech ist sicher, am Konzept wurde bereits über 20 Jahre geforscht und gearbeitet. Im Prinzip besteht der Impfstoff nur aus der Erbinformation für das Spike-Hüllprotein des Coronavirus, die in einem Fettkügelchen verpackt ist. Wissenschaftlich gesagt enthält die Impfung die mRNA für das Spike-Protein des SARS-CoronaVirus 2 in einer Lipidhülle.
Für Laien erklärt?
Der Impfstoff entspricht praktisch einer „amputierten“ Minimalvariante des Virus. Das Coronavirus selbst besteht auch aus nichts anderem, als einer Fetthülle mit dem Spike-Protein und ein paar anderen Eiweißen, die die gesamte mRNA-Erbinformation für den Bau des gesamten Virus verpacken. Durch die Impfung wird von unseren Zellen kurzfristig lediglich das Hüllprotein alleine produziert. Das Hüllprotein wird als fremd erkannt, worauf eine Immunantwort auf das fremde Protein einsetzt und wir Antikörper bilden. Das Virus braucht das Hüllprotein, um in unsere Zellen zu gelangen. Die Antikörper, die wir nach der Impfung produzieren, verhindern dann aber, dass das Virus in unsere Zellen eindringt, wir sind immun.
Die Impfung ist wirksam?
Ja, sie ist sehr wirksam, der Schutz beträgt über 90 Prozent und wir sind vor der Krankheit COVID-19 geschützt.
Was weiß man zu den möglichen Nebenwirkungen?
Aufgrund der gewünschten Immunreaktion kann es zu Rötungen am Arm oder am Tag darauf zu leichtem Fieber kommen, was aber schnell vergeht. Dies entspricht einer natürlichen Reaktion, Spätfolgen sind dadurch keine zu erwarten. Der Impfstoff ist auf jeden Fall mindestens 1.000 Mal sicherer als das Virus selbst und wird von den meisten Menschen sehr gut vertragen. Die sehr seltenen – und nicht lebensgefährlichen – allergischen Reaktionen, die es gegeben hat, rühren vermutlich vom Polyethylenglykol (PEG) her, welches als Konservierungsstoff verwendet wird. Diese Reaktionen kommen selten auch bei anderen Impfungen vor. PEG ist nicht toxisch und findet sich übrigens in vielen Medikamenten, Cremen, Salben und Zäpfchen.
Interview: Artur Oberhofer
Kommentare (51)
Lesen Sie die Netiquette und die Nutzerbedingungen
Du musst dich EINLOGGEN um die Kommentare zu lesen.