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„Wurden überrascht“

Mit der Messe Bozen und dem Ex-Alimarket wurden Möglichkeiten gefunden, 100 Bozner Obdachlose über den Winter unterzubringen. Doch nur ein Teil von ihnen wird schnell untergebracht werden.

von Markus Rufin

120 Obdachlose gibt es derzeit in Bozen, die derzeit in keine Struktur untergebracht werden konnten. Diese leiden besonders in den Wintermonaten. Auf diese Situation haben mehrere Initiativen aufmerksam gemacht.

Wie die TAGESZEITUNG bereits gestern berichtete, wurde nun aber eine vorübergehende Lösung gefunden. Zum einen ist da der Ex-Alimarket, wo 40 Obdachlose unterkommen können. Die Landesregierung hatte bereits des Öfteren angekündigt, dort Obdachlose unterbringen zu wollen.

Die zweite größere Notunterkunft soll in der Messe Bozen eingerichtet werden. Dort sollen durch Container 60 weitere Flüchtlinge Platz finden, wenn möglich sogar mehr.

Doch während im Ex-Alimarket die Bereitstellung der 40 weiteren Plätze kein Problem darstellen sollte, sieht es in der Messe Bozen anders aus. Wie Landesrat Arnold Schuler bereits gestern gegenüber der TAGESZEITUNG bestätigte, müsse in der Messe Bozen auch die Infektionsgefahr eingedämmt werden.

„Jede Personen braucht ihren eigenen Raum, den wir mit Abtrennungen errichten werden“, erklärt der Direktor des Amtes für Zivilschutz, Rudolf Pollinger. Bereits im Frühjahr habe man das so gemacht.

Allerdings: Das Zivilschutzressort wurde mit dem Auftrag, Obdachlose in die Messe Bozen unterzubringen, überrascht. „Wir starten von null“, so Pollinger. „Wir sind im Sommer davon ausgegangen, dass es sich damals um eine einmalige Aktion handelt, nun aber heißt es plötzlich, dass wir die Struktur wieder bereitstellen müssen. Es wird mehrere Wochen dauern, bis wir die Notunterkunft eingerichtet haben.“

Dabei sind die Verantwortlichen beim Zivilschutz davon ausgegangen, dass das Problem mit der Schaffung einer Containersiedlung in Meran für 25 Obdachlose bereits gelöst ist. Doch das ist nicht der Fall. Pollinger sagt, dass man regelrecht überrascht worden sei.

Wie ursprünglich berichtet seien aber nicht die fehlenden Container das Problem, sondern die gesamte Organisation, die jetzt von neu starten müsse, sagt Pollinger: „Wir wissen eigentlich was zu tun ist und wie lange wir Arbeit haben, aber dass wir Strukturen suchen müssen, ist erst vor kurzem klar geworden.“

Weil die nötigen Materialien erst wieder ausgeliehen werden, wird es also noch einige Zeit dauern, bis sämtliche Obdachlose in Bozen eine Unterkunft haben.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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