Der Durchbruch
Die römische Regierung gibt grünes Licht für ein eigenes Südtiroler Ärzteverzeichnis, in das sich auch rein deutschsprachige Mediziner einschreiben können.
Von Matthias Kofler
Für Julia Unterberger ist es ein Herzensanliegen: „Ich habe so lange Druck auf die Regierung ausgeübt, bis sie den Passus mit aufgenommen hat“, so die SVP-Senatorin.
Der Fall des Primars Thomas Müller, der wegen fehlender Italienischkenntnisse zwischenzeitlich aus der Ärztekammer ausgetragen worden war, sorgte landesweit für Aufsehen. Nun soll ein Artikel im italienischen Haushaltsgesetz ein für alle Mal Rechtssicherheit schaffen:
Demnach wird der Präsident der Südtiroler Ärztekammer beauftragt, im Berufsregister einen speziellen Abschnitt anzulegen, wo sich Mediziner eintragen können, die nur Deutsch sprechen. Die Bestimmung sieht vor, dass für die in Südtirol praktizierenden Ärzte die Kenntnis einer der beiden Landessprachen – Deutsch oder Italienisch – ausreicht.
Die Einschreibung ins Berufsverzeichnis hat aber nur innerhalb des Landesgebiets Gültigkeit.
Die Regierung Conte betont, dass der öffentliche Sanitätsbetrieb so organisiert sein müsse, dass der Gebrauch der deutschen und der italienischen Sprache gewährleistet werde. Da der Haushalt für 2020 noch vom Parlament genehmigt werden muss, ist die Gesetzesänderung noch nicht in trockenen Tüchern.
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