„Diese Tests sind Labormüll“
Die Team-K-Anwältin Renate Holzeisen will den Sanitätsbetrieb wegen „Missbrauchs von PCR-Tests“ verklagen.
Von Matthias Kofler
Renate Holzeisen, Juristin des Team K, wirbt auf Facebook damit, Anzeige wegen des „missbräuchlichen Einsatzes“ von PCR-Tests zu erstatten. Interessierten BürgerInnen bietet sie dabei kostenfreie Unterstützung an. Brisant: Die Plattform „Databaseitalia“, auf der man die notwendigen Unterlagen herunterladen kann, gilt als Sammelbecken für Falschinformationen und rechte Verschwörungstheorien. Im Landtag schüttelt man über die Aktion den Kopf: „Das Team K entwickelt sich immer mehr zum verwirrten bunten Haufen“, kommentiert ein Landesrat. Parteichef Paul Köllensperger hatte noch im Frühjahr die Devise „testen, testen, testen“ ausgegeben. Nun sagt die ehemalige EU-Kandidatin, dass viele PCR-Tests nichts anderes als „Labormüll“ seien.
Tageszeitung: Frau Holzeisen, was bezwecken Sie mit Ihrer Sammelklage gegen die PCR-Tests?
Renate Holzeisen: Die von einem internationalen Netzwerk, bestehend aus Rechtsanwälten, Ärzten und Wissenschaftlern, durchgeführten Aktionen gehen nicht generell gegen die PCR-Tests, sondern gegen deren missbräuchlichen und intransparenten Einsatz zu Covid-19. Es besteht der begründete Verdacht, dass ein hoher Anteil der die positiv Getesteten betreffenden Fallzahlen dadurch zustande kommt, dass viele PCR-Tests nicht dem wissenschaftlichen Goldstandard entsprechend angelegt, durchgeführt und interpretiert werden. International laufen bereits juristische Aktionen, die darauf abzielen, diesen unhaltbaren Zustand zu beenden. In Italien wurden bereits in diversen Regionen analoge Strafanzeigen erstattet.
Welche Aufgabe verfolgen Sie als Anwältin?
Ich bin Teil des internationalen Netzwerks und der anwaltschaftliche Brückenkopf nach Italien. Zurzeit wird an einer in den USA geplanten class action gearbeitet, und nun stehe ich den Bürgern in Trentino-Südtirol, die sich an einer von vier Experten in Italien eingebrachten Strafanzeige beteiligen wollen, „pro bono“ zur Verfügung. Gleichzeitig betreue ich eine Ärztegruppe, die sich ebenso für absolute Transparenz im Einsatz von PCR-Tests bemüht. Die Ärzte verlangen in einem an die Verantwortlichen des betreffenden Sanitätsbetrieb, sowie der Landesregierungen von Bozen und Trient gerichteten Antrag, die Offenlegung des Handelsnamens, des Labors, des ct-Werts (Anzahl der Auswertungszyklen) und des „foglio illustrativo“ sämtlicher PCR-Tests, die in Trentino-Südtirol in den vergangenen acht Monaten zur Anwendung gebracht wurden. Selbiges wird für die aktuell zur Anwendung gebrachten PCR-Test verlangt. Es handelt sich um Informationen, die in Anbetracht der enormen Konsequenzen (Quarantäne, Lockdown, Maskenpflicht für Kinder, Maskenpflicht im Freien etc.) der mittels PCR-Test ermittelten Fallzahlen jedem Bürger zustehen. Viele Bürger mussten sich bereits einem PCR-Test unterziehen. Die Testergebnisse sind die Grundlage von politisch außerparlamentarisch verfügten, drastischen Einschränkungen der Grundrechte und stehen letztendlich in einem direkten Kausalzusammenhang mit den damit verbundenen Kollateralschäden, nicht nur wirtschaftlicher Natur. Wenn die Informationen nicht herausgegeben werden, werden wir vor dem jeweils zuständigen Verwaltungsgericht die Herausgabe einklagen.
Empfehlen Sie den Bürgern, sich testen zu lassen?
Die Einschätzung der Notwendigkeit einer Testung ist in erster Linie eine ärztliche Obliegenheit. Der generelle Testwahn hat bereits zu einer Teil-Implodierung der angewandten Strategie geführt. Bekanntlich werden asymptomatische Kontaktpersonen aus Kapazitätsgründen nun nicht mehr getestet. Jedem, der in die Situation kommt, sich testen lassen zu müssen, empfehle ich auf die schriftliche Mitteilung der Daten zum konkret an seiner Person angewandten PCR-Test zu bestehen (Handelsmarke, Labor, ct-Wert – Anzahl der Auswertungszyklen), damit ein etwaiges positives Testergebnis auf dessen tatsächliche Aussagekraft hin nachvollzogen werden kann.
Entsprechen diese Aktionen der Parteilinie des Team K?
Mein viele Jahre vor der Gründung des Team K begonnenes politisches Engagement war stets gekennzeichnet vom Einsatz um die Einforderung der für eine Demokratie und einen Rechtsstaat unabdingbaren Transparenz, siehe etwa Milkon und SEL-Verträge. Ich engagiere mich immer dort, wo ich sehe, dass uns Bürgern in einer wesentlichen, und hier in einer lebenswichtigen und zukunftsentscheidenden Situation, Transparenz verwehrt wird.
Die Strafanzeige-Aktion wurde auf der Plattform „Databaseitalia“ geteilt, die sich im Dunstkreis von Verschwörungstheoretikern bewegt …
Die vollständigen Unterlagen zur Strafanzeige wurden in einem informativen Artikel nur von dieser Plattform bis dato geteilt. Es gab eine einzige nationale Tageszeitung, die darüber ordentlich berichtet hat. Wir werfen den Leitmedien generell in vielen Ländern vor, dass sie die seit vielen Monaten von ausgewiesenen Experten im Detail geäußerte Kritik am laufenden Einsatzmodus der PCR-Tests einfach ignoriert haben. Das ist schlichtweg ein Skandal und grundsätzlich brandgefährlich, wenn mahnende Einwände von weltweit renommierten Experten, nur weil sie nicht in die global ausgerufene Strategie passen, einfach aus dem stets notwendigen wissenschaftlichen Diskurs und damit aus der politischen Entscheidungsfindung ausgeblendet werden. Die Politik hat total versagt, Regierung und Opposition gleichermaßen. Experten hatten keine Möglichkeit, ihre Informationen, die vom öffentlichen Narrativ abweichen, institutionell angemessen zu platzieren. Letztendlich blieben nur mehr rechtliche Aktionen übrig, um über die gerichtlichen Instanzen jene Transparenz herbeizuführen, die eigentlich längst schon auf der Ebene des öffentlich demokratisch auszutragenden wissenschaftlichen und politischen Diskurses hätte garantiert werden müssen. Dieses Totalversagen wird uns noch lange beschäftigen.
Kommentare (68)
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