Sperrstunde um 18.00 Uhr
Die künftigen Regeln in Coronavirus-Cluster-Gemeinden und die geplanten Eindämmungsmaßnahmen waren Hauptthema einer Videobesprechung zwischen LH Kompatscher und Südtirols Bürgermeistern.
+++ UPDATE 18:44 Uhr +++
Die Landesregierung ist am Samstagnachmittag via Videokonferenz zu einer Sondersitzung zusammengetreten.
LH Arno Kompatscher informierte die Landesräte über die Pläne von Premier Giuseppe Conte, der die Corona-Schutzmaßnahmen mit einem neuen Dekret verschärfen will.
TAGESZEITUNG Online hat erfahren:
Der Ministerpräsident plant eine Schließung der Bars, Eisdielen, Konditoreien und Restaurants am Wochenende und an Werktagen ab 18.00 Uhr (oder maximal 20.00 Uhr).
Amateursport soll gänzlich untersagt werden.
Einkaufszentren sollen am Wochenende geschlossen werden.
Minister Boccia, selbst mit Corona infiziert, erklärte am Samstag via Facebook: Es werde keinen totalen Lockdown geben.
Kinos, Theater, Schwimmbäder und Fitnessstudios werden geschlossen. Und von Reisen in andere Regionen wird dringend abgeraten.
Die Schulen sollen in jedem Fall geöffnet blieben. Was die Oberschulen anbelangt, so wird ein Fernunterricht im Ausmaß von 75 Prozent angedacht.
DAS HABEN WIR BERICHTET
Landeshauptmann Arno Kompatscher hat am Samstag eine Videokonferenz mit den Südtiroler Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern einberufen.
Der Landeshauptmann informierte über die allgemeine Lage und unterstrich, dass es jetzt vor allem darum gehe, Arbeitsplätze, Schule sowie wirtschaftliche und gesellschaftliche Aktivitäten zu schützen. „Vernünftig zu handeln, bedeutet jetzt auch abzuwägen, was wichtig und unverzichtbar ist oder was einstweilen weggelassen werden kann“, erklärte Kompatscher.
Mit den Bürgermeistern hat sich der Landeshauptmann auch über die künftige Vorgehensweise des Landes Südtirol und der Gemeinden in der Coronavirus-Pandemie ausgetauscht. Vor allem ging es um die Frage, welche verschärften Maßnahmen in sogenannten Cluster-Gemeinden vorgeschrieben werden, um die Verbreitung des Virus in diesen von größeren Infektionsherden betroffenen Gemeinden und darüber hinaus möglichst zielgenau unterbrechen zu können.
Der Landeshauptmann erklärte, dass es wohl notwendig sei, weitere Maßnahmen zu erlassen, um den aktuellen Infektionstrend zu brechen. Die Landesregierung werde darüber beraten, damit Anfang der kommenden Woche die notwendigen Maßnahmen erlassen werden können.
Musterverordnung für künftige Cluster-Gemeinden
In diesem Zusammenhang erklärte Landeshauptmann Kompatscher, dass eine Musterverordnung in Ausarbeitung sei. Sie orientiert sich an den beiden Verordnungen, mit denen der Landeshauptmann vor etwas mehr als einer Woche am 15. Oktober besonders einschränkende Regeln für die Cluster-Gemeinden Sexten (Nr. 43) und Welsberg-Taisten und (Nr. 44) eingeführt hatte.
Seit jenem Tag gilt in diesen Gemeinden zum Beispiel eine generelle Atemschutz-Pflicht. Bars sind geschlossen und Restaurants nur bis 18.00 Uhr geöffnet.
Auch alle Veranstaltungen kultureller, freizeitlicher oder sportlicher Art sind untersagt. Damit gelten dort weitreichendere Einschränkungen als im übrigen Land. Die Musterverordnung werde einen Maßnahmenkatalog vorsehen, der je nach Schwere der Situation im Rahmen einer Einzelbewertung angewandt werde. „Im Extremfall werden wir einen Infektionsherd vollständig herunterfahren, isolieren und abriegeln“, erklärte der Landeshauptmann. Man hoffe natürlich, dass diese Maßnahme in keiner Südtiroler Gemeinde ergriffen werden müsse: „Aber es sollte allen klar sein, dass es diese Eventualität gibt.“
Situation in Welsberg-Taisten und Sexten
Der Landeshauptmann berichtete, dass man in den beiden Cluster-Gemeinden Welsberg-Taisten und Sexten wertvolle Erkenntnisse gewonnen habe. Besonders die große Beteiligung der Bevölkerung in Welsberg-Taisten an den Massentests lasse eine gute Aussage über die Eindämmung des Infektionsgeschehens zu. Deshalb können in Welsberg-Taisten die Schulen durch den Bürgermeister bereits jetzt teilweise wieder geöffnet werden. Anfang der kommenden Woche werde in Bezug auf die weiteren Maßnahmen entschieden, welche Schritte gesetzt werden. „Die Bürgerinnen und Bürger, die sich testen ließen, haben großes Verantwortungsbewusstsein gezeigt und damit einen wichtigen Beitrag geleistet“, betonte der Landeshauptmann.
Der Südtiroler Sanitätsbetrieb habe dadurch die Kontrolle über das Infektionsgeschehen zurückerlangt.
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Kommentare (60)
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waldhexe
Eine tolle Überschrift.“Wir müssen etwas tun“.Wenn ich das meinem Sohn sagen würde,was glaubt ihr was er sagen würde?
morgenstern
„Sohn“…, dann tu was, und eiere nicht lange herum!
sougeatsnet
Nicht alle werden dumm geboren, manche tun aber nichts um ihre Kompetenzen zu verbessern. Hier steht bald nur mehr Schwachsinn, sie kennen sich nicht mit Zahlen aus und Wissen haben sie auch nicht, aber mir sein die bestigsten. Na gute Nacht!
huggy
Ihr hattet Monate Zeit etwas zu tun. Nichts ist geschehen. Nur auf ein Wunder warten, dass es im Herbst nicht so schlimm wird. Hat nicht funktioniert.
george
Und was habt ihr getan?
tiroler
Den ganzen Sommer über wurde so getan als ob es corona nicht gibt.
Und auch jetzt noch.
War gestern in einem Restaurant zu zweit an eweeit an einem tisch.
Am nebentisch eine geburtstagfeier mt mindestens 15 leuten. Von abstand keine spur. Alle feuchtfröhlich und zum abschied bussi links bussi rechts.
Also bitte nicht wundern…
leser
Tiroler
Warum bist du ausgegangen essen?
sorgenfrei
@summer: mich wundert, wieso sie nicht schon allen internationalen regierungen (beraten sie etwa trump?) Sie sind ja der größte experte, nicht nur in sachen covid.. ich bin kein markus falk fan, aber ist es nicht das wesen einer demokratie, dass jeder, egal welcher sprachgruppe, rasse oder partei er angehört, als bürger für die demokratischen institutionen kandidieren darf…. aber als sozialdemokrat gehört man einer aussterbenden spezies an, muss hart sein… (sind republikaner eigentlich sozialdemokratisch, hm?)