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„Gefährliche Sturheit“

Felix von Wohlgemuth

Grünen-Chef Felix von Wohlgemuth übt Kritik an den „pseudopatriotischen Reflexhandlungen“ der Landesregierung in Sachen Corona-Maßnahmen.

Es waren bewegte Tage.

Noch zu Beginn dieser Woche übertrumpften sich LR Thomas Widmann und der LH gegenseitig mit ihren Visionen und Illusionen zu einem  „Südtiroler (Sonder-)Weg“ in Sachen Corona.

Und nur wenige Tage später, am Donnerstag, war wieder alles anders. Unter dem Eindruck der sprunghaft steigenden Fallzahlen passte der LH die Corona-Schutzmaßnahmen schlussendlich doch an die römischen an bzw. verschärfte diese sogar.

Einen interessanten Facebook-Post zum nicht gerade linearen Corona-Krisenmanagement der Landesregierung hat der Südtiroler Grünen-Chef veröffentlicht.

Felix von Wohlgemuth schreibt:

Wir sollten nicht immer glauben, wir SüdtirolerInnen seien besser, schlauer oder effizienter wie der Rest der Welt.

Insbesondere in Zeiten einer Pandemie ist unsere schon sprichwörtliche Sturheit nicht nur ein ärgerliches Hindernis, sondern schlicht gefährlich. Rom hat die Corona-Maßnahmen verschärft, weil die Zahlen wieder steigen. Ebenso haben unsere Nachbarländer auf die zunehmend kritische Lange reagiert.

Nur wir verfallen in pseudopatriotische Reflexhandlungen und diskutieren sinnbefreit darüber, ob nun die Regelungen „unseres Landesgesetzes“ den nationalen Normen angepasst werden müssen, oder ob der ,Südtiroler-Weg’‘ in standhafter Verteidigung unserer Autonomie fortgeführt werden soll.

Aber auf welcher Grundlage führen wir diese Diskussion überhaupt?

Geht es um konkrete Gesundheitsdaten, wissenschaftliche Expertise…oder doch wieder nur um das prinzipielle Verharren auf der eigenen „mir sein mir“ Position?

Ich frage mich, was mit der vor einigen Monaten großspurig angekündigten Expertenkommission geschehen ist, welche die Landesregierung bei ihren Maßnahmen beraten sollte? Wie oft ist diese zusammengetreten und welche konkreten Empfehlungen hat sie der Landesregierung übergeben?

Derzeit habe ich nämlich das ungute Gefühl, dass rein wirtschaftliche Überlegungen bzw. der Druck der entsprechenden Interessengruppen (Stichwort Weihnachtsmärkte & Co.) im Fokus der Aufmerksamkeit der Entscheidungsträger stehen.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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