„Die Telefone laufen heiß“
(Kostenlose) Tests für Hotelmitarbeiter und Urlaubsgäste: LH Arno Kompatscher stellt sein Tourismus-Konzept vor, für das er im In- und Ausland gefeiert wird.
Tageszeitung: Herr Landeshauptmann, Sie haben in einem RAI-Interview Gratistests für Südtirols Urlaubsgäste angekündigt. Auf der PK der Landesregierung haben Sie präzisiert, dass der Steuerzahler nicht für die Kosten der Tests aufkommen müsse. Was ist nun Sache?
Arno Kompatscher: Die Rückmeldungen, die ich heute über Mail, WhatsApp oder in persönlichen Gesprächen bekommen habe, zeigen, dass mein Vorstoß gut angekommen ist. Im Ausland wird besonders positiv darüber berichtet, auch in Italien sind wir damit Vorreiter – und bei unseren Hotels laufen seitdem die Telefone heiß. Die Landesregierung hat beschlossen, alle Mitarbeiter in der Gastronomie testen zu lassen, da diese – ähnlich wie etwa die Ordnungskräfte – eine potentielle Risikogruppe darstellen. Durch die Öffnung der Grenzen und den Start der Tourismussaison steigt die Mobilität und damit auch das Infektionsrisiko. Die Tests sind im Interesse aller. Wir wollen damit ein sicheres Ambiente schaffen, für die Mitarbeiter, die Gäste und für die Südtiroler Bevölkerung. Gleichzeitig wollen wir unsere Beherbergungsbetriebe auch in die Lage versetzen, ihre Gäste zu testen.
Wie laufen diese Tests ab?
Die Details müssen wir erst festlegen. Die Idee, die Gäste bereits am Brenner testen zu lassen, haben wir mittlerweile verworfen, weil das logistisch schwer umsetzbar wäre. Die Tests sollen nun in den Hotels durchgeführt werden, sozusagen als Teil des Urlaubspakets. Logischerweise können wir weder die Hotelbetreiber noch die Gäste zwingen, die Tests sind also freiwilliger Natur. Wir wollen den interessierten Betrieben eine Hilfestellung geben, indem wir sie beispielsweise dabei unterstützen, serologische Schnelltests zu erhalten. Demnächst sollen auch PCR-Schnelltests verfügbar sein. Diesen Schnelltest kann der Gast mit aufs Zimmer nehmen und sich dort, ganz anonym, selber testen. Infizierte Gäste können früh genug isoliert werden, wodurch nicht das gesamte Hotel unter Quarantäne gestellt werden muss, was eine Katastrophe wäre. Südtirol wird so zu einer attraktiven und sicheren Tourismusdestination.
Für die Kosten müssen aber die Betriebe aufkommen?
Das Land wird die Kosten für die Tests bei den Mitarbeitern tragen, nicht aber jene für die Gäste. Die Betriebe können die Tests in ihrem Servicepaket integrieren oder aber die anfallenden Kosten ihren Gästen auf die Rechnung stellen. Diese Entscheidung obliegt der Gastronomie.
Das Team K wirft Ihnen vor, die Einheimischen zu Menschen zweiter Klasse zu machen, weil diese nicht das bekommen, was den Gästen angeboten wird: Schließlich warten viele Südtiroler schon lange auf einen Abstrich …
Das ist ausgemachter Blödsinn! Das Team K zeichnet sich nun schon lange dadurch aus, auf Basis von Falschmeldungen Neid und Missgunst in der Bevölkerung zu schüren. Jeder Südtiroler hat die Möglichkeit, sich einem Schnelltest zu unterziehen. Es geht im Falle der Urlaubsgäste ja nicht um die PCR-Tests, die der Sanitätsbetrieb durchführt. Ich habe nie gesagt, dass der Steuerzahler für die Tests aufkommen muss. Durch die Testungen steigt das Wohlbefinden der Gäste und wir retten auf diese Weise Arbeitsplätze. Das Team K sollte sich also zuerst informieren, bevor sie solche Unwahrheiten verbreitet.
Interview: Matthias Kofler
Kommentare (57)
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