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Underground

Kuratorin Sophie Lazari (Foto: Annika Terwey)

Das Festival LanaLive steigt vom 21. bis 31. Mai in den Untergrund ab und erkundet wörtlich und im übertragenen Sinn alles was in Lana und Umgebung unter der Erde liegt. Neben Livestream, wird es eine Broschüre, eine Radiosendung, eine TV-Show, eine interaktive Webseite und eine Performance geben.

Die Kunstausstellung Dunkle Ecken will ihren Beitrag zur Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen leisten und einen Raum für den seelischen Schmerz schaffen. Dunkle Ecken findet im Rahmen des interdisziplinären Kulturfestival LanaLive statt. Schauplatz des Geschehens ist 2020 der Untergrund. Lana Live deckt auf, was im Verborgenen bleibt: Keller, Kavernen, Garagen und Gräber, aber auch Räume, derenTüren jeder lieber verschlossen hält, „eine Archäologie des Verdrängens und Vergessens.“ Deren Türen stößt Dunkle Ecken auf und gibt verborgenen Gefühlswelten einen Raum. Psychische Erkrankungen, Mentale Gesundheit, die Psychoanalyse und das eigene Wohlbefinden werden aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtet. Neben Videos und anderen Installationen, sprechen auch betroffene Menschen über ihr seelisches Leiden und ihre psychische Gesundheit.

Das Projekt ins Leben gerufen hat Annika Terwey, gemeinsam mit Sophie Lazari. Die beiden studieren an der Universität der Künste in Berlin. Die Idee, über Mentale Gesundheit eine Kunstausstellung zu machen, schwebt Annika Terwey schon länger vor. „Psychische Erkrankungen und auch Selbstmorde werden in unserer Gesellschaft viel zu wenig thematisiert. Es ist wichtig, auch den negativen Gefühlen einen Raum zu geben. Der Einzelne bekommt somit das Gefühl, dass er nicht alleine ist und kann sich Hilfe suchen.“ Durch multimediale Exponate von 20 jungen Kunstschaffenden haben sie das Thema der Psychischen Gesundheit künstlerisch dargestellt.

Aufgrund der Corona Krise kann „Dunkle Ecken“ in Lana leider nicht in Präsenz stattfinden. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Konzerten und Ausstellungen, wurde LanaLive nicht verschoben. Doch die Online-Welt ermöglicht es uns trotzdem live dabei zu sein. Die Ausstellung findet auf einer eigens hierfür kreierten Webseite statt, die Eröffnung samt DJ-Set von Leo Cologna wird über Radio Tandem, sowie über Facebook übertragen.

Ein Teil der präsentierten Videos werden im Erdgeschoss des Bildhauses (Maria Hilf Straße 1) in Lana gezeigt, sodass sie auch durch die Fenster für die Passanten gut ersichtlich sind und die Finissage wird als Videostream auf Salto.bz übertragen. In Zeiten wie diesen muss man kreativ werden.

Die Ausstellung “Dunkle Ecken”, sowie das gesamten Festival LanaLive „Underground“ beschließt eine hochsensible audiovisuellen Installation von Montau. Der in Berlin lebende Komponist und Produzent kreiert angespannte, hypnotische Grooves und melanchonische Klanglandschaften, die sich zwischen dichten, umgebenden Klangwänden und donnernden Trommelarrangements bewegen. Die Uraufführung der eigens kreierte, knapp 11 Minuten dauernden, Installation finden über den Livestream von Salto.bz und den Facebookkanal von LanaLive statt. Mit meditativen Klängen und chromatischen Farbbewegungen lädt er zum relaxen ein, beschwört die psychische Gesundheit und schließt die Tore zur Unterwelt.

Ausstellungseröffnung:

Donnerstag, 21. Mai 2020 um 18 Uhr über Radio Tandem und Facebook.
Dauer der Ausstellung: Donnerstag, 21. bis Sonntag, 31. Mai 2020
Finissage: Sonntag, 31. Mai 2020 um 20 Uhr mit Premiere der audiovisuellen Installation von Montau auf Salto.bz.

Webseite: www.dunkleecken.com Instagram Kanal : @dunkleecken

 

Das komplette Programm von LanaLive

 

Donnerstag, 21.05.2020, 18 Uhr

Dunkle Ecken
Künstler*innen: Dovilé Aleksaité, Valentina Alexander, Elias Asisi, Fiona Belousz, Winona Bogner, Hannah Füsser, Ting Lui, Elisa Jule Braun, Hilka Dirks, Zora Hünermann, Meret Schmiese, Alessandra Fochesato, Indra L. Frings, Manfred Elias Knorr, Montau, Isabelle Östlund, Raphael Pohl, Daniela Schaller, Merani Schilcher, Carolina Stieler, David Reitenbach, Lukas Winter Musik-Set: DJ Leo Cologna
Kuratorinnen: Annika Terwey und Sophie Lazari
Ausstellung: 22.-31.05.20
Die von Annika Terwey und Sophie Lazari ausgerichtete Ausstellung Dunkle Ecken versammelt an die 20 Kunstwerke von jungen Kunstschaffenden rund um das Thema der psychischen Gesundheit und zeigt sie. Wie in der Psychoanalyse öffnet die Ausstellung verschlossene Türen, betritt versteckte Räume und gibt verborgenen Gefühlswelten Raum.

Die Ausstellung findet auf einer eigens kreierten Webseite (www.dunkleecken.com) statt, die Eröffnung inklusive DJ-Set wird als Live-Event über Radio Tandem übertragen und einige der ausgestellten Videos werden im Erdgeschoss des Bildhauses (Maria Hilf Straße 1, Lana) gezeigt. In den zwei Wohnungen des seit Jahren leerstehenden Gebäudes war die Kunstschau ursprünglich geplant, nun wird nur das Erdgeschoss bespielt und zwar so, dass die Videos durch die Fenster sichtbar sind.

21.05.2020 – 31.05.2020

Dunkle Ecken im Kultur.Lana

Parallel zur Kunstschau Dunkle Ecken veranstaltet der Kultur.Lana (Hofmannplatz, Lana) eine breit angelegte Medienausstellung und zeigt in „dunklen Ecken“ zum Teil neu erworbene Medien zum Themenkomplex der psychischen Gesundheit.

Freitag, 22.05.2020

Wanderung zu den Eislöchern

In Ackpfeif oberhalb von Lana befinden sich, etwas versteckt, sogenannte Eislöcher. Das seltene Naturphänomen erklärt sich aus dem physikalischen Prinzip der Windröhre: Luft strömt durch ein Spaltensystem zwischen den Felsen von oben nach unten und kühlt sich dabei ab.
Da es nicht möglich ist eine gemeinsame Wanderung durchzuführen hat der Wanderführer Olav Lutz eine ausführliche Tourenbeschreibung verfasst, die ab Freitag, 22. Mai von der Webseite von LanaLive geladen werden kann, sodass die ca. 3 Stunden dauernde Wanderung zu den Großteils unbekannten Eislöchern am Wochenende oder im Laufe des Sommers von allen Interessierten durchgeführt werden kann.

Samstag, 23.05.2020

Manuel Pellegrini: Uncanny Eatery

Kennst du das Gefühl, wenn du im Keller Kartoffeln holen musst und mit jedem Schritt, den du die Treppe hinabsteigst, wächst diese leise Ahnung, dass da unten im Dunkeln etwas auf dich wartet? Etwas, das mit großer Wahrscheinlichkeit nichts Gutes verheißt.
In der Food- und Filmperformance verbindet Experience Designer Manuel Pellegrini Schätze des Erdreiches mit dem schaurigen Ungewissen das einem den Magen verdreht.

Die One to One Performance war ursprünglich in einem Keller in Lana geplant und kommt jetzt zu den Interessierten via Paketdienst nach Hause. Auf Anmeldung werden Lebensmittelpakete inklusive Anleitungsvideos versendet, damit im eigenen Zuhause, eventuell im Keller, die Uncanny Eatery-Erfahrung nachvollzogen werden kann.

Anmeldung innerhalb 19. Mai an: [email protected]

Sonntag, 24.05.2020, 17 Uhr

Marcel Zischg: Zeugschaft 2019

Marcel Zischg begleitete als Zeuge LanaLive 2019. Er war bei allen Veranstaltungen zum Thema Roundabout anwesend und hat zu jeder einen Erlebnisbericht verfasst. Aus persönlicher Sicht bezeugt der Jungautor das Geschehen während dem Festival. Seine Aufzeichnungen, sowie die Fotos von Flyle (Philipp Unterholzner) bilden zusammen den LanaLive-Report, aus welchem Zischg am Sonntag, 24. Mai 2020 um 17 Uhr auf Facebook vorliest.

Montag, 25.05.2020, 19 Uhr

Manuel Oberkalmsteiner & Matthias Keitsch: UNHEARD PLACES / Lana

Der Klangsammler Manuel Oberkalmsteiner und der Filmmacher Matthias Keitsch haben das Hörformat UNHEARD PLACES entwickelt, mit dem sie ungehörte Ort erkunden, aufnehmen und hörbar machen. Für LanaLive erweitern sie ihr Konzept um verborgene Geschichten und Erzählungen. Die ergrabenen Klänge, Geräusche, Gespräche, Geschichten und Sagen verweben sie in einer Live-Performance in Hörbildern, die eine Mischung aus historischer Reportage, Reisebericht, experimenteller und elektronischer Musik basierend auf Field Recordings sind. Die Performance, die im Keller der Villa Arnica hätte stattfinden sollen, wird live auf Radio Sonnenschein, im Rahmen des Kulturmontags am Montag, 25. Mai ab 19 Uhr gespielt. Anschließend folgt ein Gespräch mit Manuel Oberkalmsteiner und Matthias Keitsch.

Dienstag, 26.05.2020

Im Keller von Ulrich Seidl

Der Kultfilm Im Keller des österreichischen Regisseurs Ulrich Seidl (2014) erzählt Geschichten von Menschen, die ihre Obsessionen im Versteckten nachgehen. Es geht um Sexualität und Schussbereitschaft, um Riesenschlangen, die in Terrarien liegen, um Fitnessräume und Waschkeller und Opernarien, die in Gewölbekeller verklingen. Der nicht ganz jugendfreie Film wird am 26.05.20 für eine begrenzte Zuschauerzahl gestreamt.
Anmeldung innerhalb 24.05.20 an [email protected].

Mittwoch, 27.05.2020, 19.00 Uhr

Von lebenden Böden und ihrer Bedeutung

Die Bedeutung eines fruchtbaren Bodens ist jedem Bauer klar. Aber was ist ein guter und gesunder Boden? Für was ist er alles gut? Der an der Eurac forschende Elia Guariento gibt einen Überblick zu den Böden in Südtirol mit besonderem Augenmerk auf das Etschtal, weiters spricht er über „Leben“ im Boden und dessen Bedeutung. Mit ihm unterhaltet sich Wolfgang Drahorad, der Obmann des Südtiroler Obstbaumuseum; moderiert wird das Gespräch vonStefan Nicolini. Das Gespräch findet ohne Publikum statt, wird aber live aus dem Obstbaumuseum über den Facebookkanal von LanaLive übertragen.

Donnerstag, 28.05.2020, 21.00 Uhr

Radon – Proberaumkonzert

Das Jugendzentrum JUX verfügt über zwei verborgene und unter der Erde liegende Proberäume. Verschiedene Bands wie Unkraut, Gibsy Road Gang, Rusted Coins, Hias & the modern flowers und Bugfix üben dort für ihre Auftritte. In dieser Underground-Location feiern sich die Hausdamen und Herren, in dem sie das Probelokal für Radio Freier Fall von RAI Südtirol öffnen. Live wird am Donnerstag, 28. Mai von 19.40 bis 22 Uhr aus dem Proberaum übertragen. Neben Songproben stellen sich die Musikerinnen und Musiker dem Gespräch mit Reinhold Giovanett. Eine Besonderheit des Proberaumkonzerts ist die große Bandbreite der Musikstile, sie reichen von Hard Rock bis Technopunk und geben Einblick in die verschiedenen Subkulturen.

Freitag, 29.05.20

Downstairs – das unterirdische Lana

Was sonst den Blicken verborgen bleibt, holt der Historiker Simon Terzer ans Licht: die Unterwelt in Oberlana. Sechs Stationen – vom mittelalterlichen Weinkeller unter einer Kirche über den Hotelkeller aus den Gründerjahren, einem Bunker aus der Nachkriegszeit, bis zum modernen Tresorraum einer Bank – warten darauf entdeckt zu werden. Simon Terzer hat sich in die Unterwelt begeben und diese erforscht. Sein Forschungs- und Erfahrungsbericht wird als Broschüre am Freitag, 29. Mai veröffentlicht und verteilt.

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Samstag, 30.05.2020, 19 Uhr

Zolf & Saturn

Zolf & Saturn ist eine rollende Ein-Mann-Karawane, die Klänge und Sounds aus aller Welt sammelt und mit treibenden Beats, warmen Syths, mit seiner Stimme und türkischen und elektrischen Gitarren vermischt. Eine musikalische Reise die nach Fernweh, Sehnsucht und Aufbruchstimmung klingt. Es ist Musik zum Tanzen, zum Träumen und zum zuhören. Übertragen wird das Konzert live aus dem Garten der Villa Arnica über den Instagram- und Facebookkanal der Villa Arnica und über die Facebookseite von LanaLive.

Sonntag 31.05.2020, 20 Uhr

Closing the Gate to the Underground

Die Ausstellung Dunkle Ecken, sowie das gesamte Festival LanaLive Underground beschließt eine hochsensible, audiovisuelle Installation von Montau. Der in Berlin lebende Komponist und Produzent kreiert angespannte, hypnotische Grooves und melanchonische Klanglandschaften, die sich zwischen dichten Klangwänden und donnernden Trommelarrangements bewegen. Die Uraufführung der eigens kreierten, knapp 11 Minuten dauernden Installation findet über den Livestream von Salto.bz und den Facebookkanal von LanaLive statt. Mit meditativen Klängen und chromatischen Farbbewegungen lädt er zum Relaxen ein, beschwört die psychische Gesundheit und schließt die Tore zur Unterwelt.

Zeugschaft

Da es besonders in diesem Jahr schwierig ist alle Programmpunkte von LanaLive vor Ort zu verfolgen ist die Rolle des Festivalzeugen umso wichtiger. Als Zeuge begleitet der Jungautor, Blogger und Filmemacher Thomas Tribus LanaLive Underground. Er ist bei allen Veranstaltungen anwesend und versammelt seine Sicht auf die Programmpunkte und Erfahrungen in einem Blog. Die Texte von Thomas Tribus bilden die Grundlage des – anschließend an das Festival erscheinenden – LanaLive-Reports. Fotografisch hingegen wird das Festival von Flyle (Philip Unterholzner) dokumentiert.

Info: www.lanalive.it

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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