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„Reine Schikane“

Die Süd-Tiroler Freiheit schlägt eine sofortige und koordinierte Grenzöffnung zwischen Nord-, Süd- und Osttirol vor. Und berichtet von einem krassen Fall.

An den innertirolischen Grenzübergängen am Brenner, Reschen und Winnebach spielten sich seit Montag chaotische Zustände ab, findet Sven Knoll. Seitdem die Einreisebestimmungen in Österreich gelockert wurden, versuchten viele Familien und Beziehungspartner sich nach Monaten endlich wieder zu treffen. „Anstatt den Menschen dieses selbstverständliche Recht zu gewähren, wird ihnen aber auf beiden Seiten der Grenze die Ein- und Ausreise erschwert“, so der STF-Landtagsabgeordnete. Auch die vermeintliche Regelung für Studenten werde von einigen italienischen Polizeibeamten einfach ignoriert. „Dieses Chaos an der Grenze muss sofort beendet werden“, fordert die Süd-Tiroler Freiheit und schlägt eine sofortige und koordinierte Grenzöffnung zwischen Nord-, Süd- und Osttirol vor.

Es sei den Menschen, aber auch der Wirtschaft nicht länger zuzumuten, dass die Grenzen zwischen den Tiroler Landesteilen geschlossen bleiben. Es gebe – immer laut Sven Knoll – auch keinen epidemiologischen Grund dafür, warum Südtiroler ihre Beziehungspartnern im Bundesland Tirol besuchen dürfen, umgekehrt Italien aber die Einreise nach Südtirol verwehrt.

„Auch die Transitbestimmungen für Fahrten zwischen Nord- und Osttirol, für die penible Meldungen an die Südtiroler Behörden gemacht werden müssen, sind reine Schikane und erinnern an DDR-Methoden, die sofort abgeschafft werden müssen.Viele Bürger sind verzweifelt und haben kein Verständnis für die Beschneidung ihrer grundlegenden Rechte, so Knoll, der auch von einem konkreten Fall berichtet:

„Eine Frau aus Brixen, die in Innsbruck verheiratet ist und dort lebt, müßte beispielsweise dringend zu ihrer 87 jährigen Mutter nach Brixen, da diese gestürzt ist und sich den Arm gebrochen hat. Die italienischen Polizeibeamten verweigern der Frau aber die Einreise bzw. verlangen eine 14-tägige Quarantäne. Selbst ein negativer Corona-Test wird nicht akzeptiert.

Man kann nicht nur in Schönwetterzeiten vom vereinten und grenzenlosen Europa sprechen, bei der ersten Krise aber die Schotten dicht machen und die alten Grenzzäune wieder hochziehen. 

Gerade als Europaregion Tirol sollten wir mit gutem Beispiel vorangehen und uns nicht länger voneinander abschotten, sondern die Grenze öffnen und gemeinsam gesundheitliche Schutzmaßnahmen ausarbeiten. Auf der jeweils anderen Seite der Unrechtsgrenze wohnen nämlich keine Fremden, sondern unsere eigenen Landsleute, unsere Familienangehörigen und unsere Partner.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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