„Greta sei Dank“
„Gott sei Dank gibt es Fridays for Future“, meint der Dachverband für Natur- und Umweltschutz und richtet einen Appell an die Landesregierung.
Seit Jahrzehnten bereits warnen Wissenschaftler vor der drohenden Klimaerwärmung und folglich griffen auch die Umweltverbände dieses Thema auf.
Allerdings mit wenig Erfolg, so schreibt Klauspeter Dissinger, der Vorsitzende des Dachverbandes für Natur- und Umeltschutz am Montag, „denn es gelang den Mächtigen, uns bei einem Großteil der Bevölkerung und folglich der Mehrheitspolitik als NEINSAGER und VERHINDERER abzustempeln.“
Gott sei Dank sei es jetzt der mutigen Greta Thunberg gelungen, die Jugend und zunehmend auch die Erwachsenen, dabei hoffentlich auch die Politik, weltweit zu sensibilisieren, so Dissinger.
Die Südtiroler Landesregierung habe sich zwar Anfang September für eine Überarbeitung des Klimaplanes ausgesprochen und die Erreichung der Null-Emissionen von 2050 auf 2040 angestrebt, allerdings seien die Maßnahmen aus unserer Sicht zu wenig klar definiert.
Wissenschaftliche Belege, wie etwa der Klimareport der EURAC, sprächen eine klare Sprache, so der Dachverband.
In der Aussendung heißt es:
„44% der Gesamtemissionen erzeugt der Verkehrssektor: Hier müssen der öffentliche Verkehr noch mehr ausgebaut und der Radverkehr gefördert werden. Der Transitverkehr belastet nicht nur die Lebensqualität der Anrainer, sondern trägt auch wesentlich zu den CO2-Emissionen bei. Als erste Maßnahme in diesem Bereich muss der Umwegverkehr über die Brennerachse gestoppt werden. Rund 1.000.000 LKWs nehmen pro Jahr aus rein ökonomischen Gründen einen Umweg von bis zu 300 km über den Brenner in Kauf. Dieser Umwegverkehr produziert jährlich ca. 200.000 Tonnen CO2 zusätzlich.
Die durch den Energieverlust schlecht gedämmter Gebäude liegen die Treibhausgasemissionen im Gebäudebereich mit 27% an zweiter Stelle der stärksten Emittenten. Nachdem 60% der Gebäude in Südtirol älter als 50 Jahre sind, braucht es ein neues Modell der Vorfinanzierung durch die öffentlichen Hand, damit es in diesem Bereich zu einer spürbaren Energieeinsparung kommt. Dies wäre auch ein konkreter Mehrwert für die lokalen Handwerksbetriebe.
Als dritthöchster Emittent gilt die Landwirtschaft mit 18% der Gesamtemissionen und liegt somit deutlich über dem gesamtstaatlichen Durchschnitt. Dafür sind das freiwerdende Methan und Lachgas mitverantwortlich. Diese Gase werden bei der Viehhaltung und bei der Stickstoffdüngung frei. Methan hat eine 28 Mal und Lachgas eine 300 Mal schädlichere Klimawirkung als CO2. Deshalb soll die biologische Landwirtschaft, welche klimaneutraler als die konventionelle ist, gefördert werden.
Wir erwarten uns demnach von der Landesregierung einen detaillierten Maßnahmenkatalog, der im Einklang mit der Friday for Future-Bewegung steht, um die Nullemissionen bereits 2035 zu erreichen. Dies sollte in einem wohlhabenden und mit erneuerbaren Energien gesegneten Land wie Südtirol möglich sein.“
Kommentare (40)
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