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„Wir unterstützen Widmann“

Tony Tschenett

Die Gewerkschaft ASGB unterstützt Thomas Widmanns Pläne für das Sanitätswesen. Die bisherige Entwicklung spalte die Gesellschaft.

„Es ist eine unwiderlegbare Tatsache, dass das Südtiroler Gesundheitswesen in den letzten Jahren stark heruntergewirtschaftet wurde und Angestellte sowie Patienten gleichsam unter dem Status quo leiden. Die durchaus sinnstiftenden Vorschläge zur Reformierung der Brennpunkte sind absolut unterstützenswert“, sagt Tony Tschenett, Vorsitzender des Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbundes (ASGB).

Die Patienten, so der ASGB-Chef, würden hauptsächlich über lange Wartezeiten für Facharztvisiten und in der Ersten Hilfe klagen: „Wer es sich aktuell leisten kann und fachärztliche Visiten in Anspruch nehmen muss, der sucht Privatärzte auf. Das Resultat dieser Entwicklung ist eine Spaltung der Gesellschaft – der Wohlhabende wird zeitnahe untersucht, derjenige, der finanziell nicht so gut dasteht, schaut durch die Finger.“

Es müsse der Anspruch einer wohlhabenden Provinz wie Südtirol sein, allen Bevölkerungsschichten dieselben Voraussetzungen im Gesundheitswesen zu garantieren.

„Widmanns ehrgeiziges Pilotprojekt zur Reduzierung der Wartezeiten, das in den Abteilungen Augenheilkunde, HNO und Magnetresonanz starten soll und durch eine effizientere Arbeitsteilung und Zusammenarbeit die Wartezeiten wesentlich verkürzen soll, wird vom ASGB vollinhaltlich unterstützt, ebenso wie der Plan, die Wartezeiten in der Ersten Hilfe im Krankenhaus Bozen durch strukturelle Änderungen bis Ende 2020 zu halbieren“, so Tschenett.

Besonders erfreulich sei auch der Richtungswechsel im Hinblick auf die Kleinspitäler, die seit der Diskussion über die Schließung der Geburtsabteilungen stiefmütterlich behandelt worden seien. Das Bekenntnis Widmanns zur „Festigung der kleinen Spitäler“ sei ganz im Sinne des ASGB, der laut Tschenett von Anfang an das Totsparen der kleinen Spitäler angeprangert hat.

„Grundsätzlich machen die Pläne Widmanns absolut Sinn und ich hoffe, dass die Resultate auch den ehrgeizigen Plänen entsprechen werden. Vom ASGB gibt es erst einmal Vorschusslorbeeren, aber natürlich werden wir die Entwicklungen genau im Auge behalten und fordern, im Entwicklungsprozess miteinbezogen zu werden. Für die Mitarbeiter ist es außerdem unerlässlich, dass der bereichsübergreifende Kollektivvertrag und der Bereichsvertrag für das nichtärztliche Personal zeitnahe abgeschlossen werden“, betont Tschenett.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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