Die Steuer-Zuckerlen

LH Arno Kompatscher
Mehr Netto vom Brutto: Kurz vor den EU-Wahlen beschließt die Landesregierung eine Reihe von Steuererleichterungen. Die Details.
Von Matthias Kofler
Südtirols Steuerzahler können sich freuen: Anderthalb Wochen vor den EU-Wahlen stellt die Landesregierung „Steuermaßnahmen für den sozialen Ausgleich“ in Aussicht. Das Land wolle seinen Gestaltungsspielraum im Bereich der Besteuerung nutzen, um den sozialen Ausgleich zu vergrößern, erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher am Dienstag im Anschluss an die Sitzung der Landesregierung.
Dabei soll gleich an drei Schrauben gedreht werden.
Die Details: Erstens will das Land die Gemeindeimmobiliensteuer GIS auf all jene Wohnungen senken, die freiwillig zum Landesmietzins an Ansässige vermietet werden. Gleichzeitig werden leer stehende Immobilien und solche, die an nicht Ansässige vermietet werden, höher besteuern. Dadurch wolle man dazu beitragen, dass Einheimischen leistbarer Wohnraum zur Verfügung stehe, so Kompatscher.
Steuer-Zuckerlen werden auch beim regionalen Zuschlag auf die Einkommenssteuer IRPEF verteilt. „Wir wollen den bereits eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen und die niedrigen und mittleren Einkommen weiter entlasten“, verspricht der LH. Im Gegenzug sollen höhere Einkommen ab 85.000 Euro im Jahr stärker in die Verantwortung genommen werden.
Schließlich soll ein Teil der geltenden Reduzierung der regionalen Wertschöpfungssteuer IRAP an eine angemessene Entlohnung der Arbeiter und Angestellten des jeweiligen Betriebs oder Unternehmens geknüpft werden. „Wir sind überzeugt, dass wir mit diesen drei Maßnahmen niedrige und mittlere Einkommensklassen entlasten und dazu beitragen, dass günstiger Wohnraum zur Verfügung gestellt wird“, so Kompatscher.
Die Landesregierung wird mit den Sozialpartnern über die verschiedenen Maßnahmen diskutieren, um die Umsetzung im Detail festzulegen. Im Haushaltsgesetz für 2020 sollen dann Nägel mit Köpfen gemacht werden.
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