„Löhne viel zu niedrig“
Das Interview mit SGB-Cisl-Generalsekretär Dieter Mayr zum 1. Mai: über die Schlagkraft der Arbeitnehmer, die Macht der Wirtschaft, die großen Probleme in Südtirol und das Vertrauen in die Landesregierung.
Tageszeitung: Herr Mayr, morgen ist Tag der Arbeit, doch die meisten scheinen sich nicht viele Gedanken darüber zu machen. Hat die Arbeitnehmerbewegung noch eine Schlagkraft?
Dieter Mayr: Ja, ich denke schon, wenn man gut organisiert ist und die Themen passen. Man sieht es zurzeit ja im öffentlichen Dienst, wo jetzt die Verhandlungen starten. Es sind ja doch einige Leute auf die Straße gegangen, um ihrem Unmut und ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Wir sehen zudem in anderen Ländern wie Österreich und Deutschland, dass zuletzt gute kollektivvertragliche Abschlüsse gemacht worden sind. Nach einigen schwierigen Jahren haben wir mittlerweile schon den Eindruck, dass die Leute wieder mehr überlegen und zurückkommen zu den Gewerkschaften, die sie effektiv vertreten.
Bei den öffentlich Bediensteten ist aber auch sehr viele Jahre wenig passiert, sodass sich sehr viel aufgestaut hat, bis es zum Protest kam. Die Kundgebung hätte genauso gut vor zwei Jahren stattfinden können…
Das stimmt – doch es hat etwa Gesetze gegeben, wonach man nicht verhandeln durfte. Aber wie Sie richtig sagen: Mittlerweile hat sich die Stimmung arg aufgeheizt und es ist der Zeitpunkt gekommen, wo man sagt „Wenn nicht jetzt, wann dann?“. Man muss dazusagen, dass die Leute in Zeiten der Krise verstanden haben, dass man nicht wirklich hohe Forderungen stellen kann. Aber jetzt braucht niemand mehr warten.
EIN AUSFÜHRLICHES INTERVIEW LESEN SIE IN DER DIENSTAG-AUSGABE DER TAGESZEITUNG.
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