Die Flughafen-Ermittlung

Der Flughafen Bozen
Die Antikorruptionsbehörde ANAC überprüft die Ausschreibung des Bozner Flughafens.
Die italienische Antikorruptionsbehörde ANAC hat mitgeteilt, ein Verfahren gegen das Land Südtirol und gegen die Flughafen-Gesellschaft ABD Airport AG eingeleitet zu haben, um die Rechtmäßigkeit der Ausschreibung zur Abtretung der Quoten an der ABD zu überprüfen.
Damit reagiert die ANAC auf eine entsprechende Eingabe des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz in Zusammenarbeit mit Alpenverein Südtirol, Heimatpflegeverband Südtirol, Umweltgruppe Eppan und Anrainern des Flugplatzes Bozen.
Der Dachverband hat der ANAC verschiedene Widersprüche der Ausschreibung aufgezeigt, allen voran den Umstand, dass das Land – obwohl es zur Gänze aus der Betreibergesellschaft aussteigt – sich in die zukünftige Führung des Flugplatzes einmische, indem etwa eine vom jeweiligen Bieter veranschlagte höhere Anzahl von Fluggästen zu einer besseren Bewertung des Angebots führe.
„Zugleich werden in den Wettbewerbsbedingungen angebliche Verpflichtungen der neuen Gesellschaftseigentümer gegenüber der Flughafenbehörde ENAC aufzeigt“, so der Dachverband.
Er erklärt: „Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang der Umstand, dass laut Ausschreibungsunterlagen einerseits ein Anspruch der ABD auf die definitive, zwanzigjährige Konzession samt entsprechenden Verpflichtungen des Betreibers bestehen soll, andererseits aber dieser Anspruch bei der Bemessung des Wertes der zum Verkauf stehenden Gesellschaftsquoten offensichtlich unberücksichtigt geblieben ist. Bekanntlich beträgt das Mindestgebot im Rahmen der Ausschreibung infolge einer drastischen Herabsetzung sämtlicher Immobilienwerte lediglich 3,8 Millionen Euro.“
Kommentare (29)
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